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Tristram Shandy (1759-1767) |
Die Veröffentlichung der ersten beiden Bände von Sternes Hauptwerk, des komisch-frivolen Romans The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman (1759-1767; Tristram Schandis Leben und Meynungen, auch: Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman), gerieten zur literarischen Sensation. Ihre Bedeutung liegt mehr in der Beobachtung und Darstellung des Innenlebens der in der Ichform gestalteten Charaktere als in der Beschreibung äußerer – biographischer – Vorkommnisse, von denen der Leser, entgegen der geschickt erzeugten Erwartungshaltung, bis auf eine Ausnahme, nur wenig erfährt. Mit Tristram Shandy verfasste Sterne ein äußerst originelles und gänzlich innovatives Werk, das die Konventionen und die stringente Handlungsführung der zeitgenössischen Romanform aufbrach und damit wichtige Stilmittel der Moderne antizipierte: So wird die Chronologie des öfteren aufgelöst und in mehreren Büchern etwa das Liebesleben von Tristrams Onkel Toby geschildert. Tatsächlich wird das Prinzip der assoziativen Abschweifung (digression) zum zentralen Verfahren, mit Hilfe dessen sich die Erzählzeit des Buchs Autonomie sichert. (Nicht von ungefähr beginnt Tristram Shandy 1718 und endet fünf Jahre früher, ohne sich im Verlauf an diesen Rahmen zu halten.) Konstanten finden sich allein in der Marottenhaftigkeit der Charaktere, die Phantasie besitzt ihre eigene Realität. Sternes einzigartige Darstellung von Wahrnehmung, Bedeutung und Zeit – unter Vorwegnahme der Technik des Stream of consciousness – machten Tristram Shandy zu einem der wichtigsten Vorläufer des experimentellen Romans. Zwischen 1761 und 1767 erschienen sieben weitere Bände dieses Meisterwerkes.
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