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Die Literatursprache der Antike |
Die Zeit des literarischen Lateins lässt sich in vier Perioden einteilen, die sich im Allgemeinen mit den literarischen Epochen decken: die altlateinische Periode, die goldene Latinität, die silberne Latinität und die spätantike Periode. Zur altlateinischen Periode (240 bis 100 v. Chr.), die gekennzeichnet ist von einer starken Erweiterung des Wortschatzes, gehören die Werke von Ennius, Plautus und Terenz. Die goldene Latinität (100 v. Chr. bis 14 n. Chr.) wurde berühmt durch die Prosa von Julius Caesar, Cicero und Livius und die Dichtung von Catull, Lukrez, Vergil, Horaz und Ovid. Hier entwickelte sich das Lateinische in Prosa und Poesie zu einem kunstvollen Ausdrucksmittel und gelangte zu größtmöglicher Flexibilität und Fülle. In der Periode der silbernen Latinität (14 bis 117 n. Chr.) strebte man sowohl nach kunstvoller rhetorischer Ausarbeitung und Ausschmückung als auch nach dem knappen, epigrammatischen Ausdruck. Letzterer findet sich vor allem in den Werken des Philosophen und Dramatikers Seneca und des Geschichtsschreibers Tacitus. Zur spätantiken Periode (2. bis 6. Jahrhundert n. Chr.) gehört das patristische Latein der Kirchenväter. Zu jener Zeit führten vordringende Volksstämme zahlreiche fremde Formen und Sprachelemente ein. Die daraus entstandene veränderte Sprachform erhielt die Bezeichnung Lingua Romana, die sie von der Lingua Latina, der klassischen Sprachform der Gebildeten, unterschied.
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