Lateinische Sprache
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Lateinische Sprache
3. Gesprochenes Latein

Die Umgangssprache der gebildeten Römer findet sich in den Werken verschiedener Schriftsteller, vor allem in den Komödien von Plautus und Terenz, den Briefen Ciceros, den Satires und Epistles von Horaz und dem Satyricon von Petronius Arbiter. Typisch für sie sind die größere Freiheit im Satzbau und die häufige Verwendung von Interjektionen und griechischen Wörtern. Diese umgangssprachliche Form, die unter den gehobenen Schichten verbreitet war (sermo cotidianus), darf jedoch nicht mit dem sermo plebeius verwechselt werden, der Sprache der ungebildeten Schichten, die weniger Wert auf den klassischen Satzbau legte, neue Wörter unbekümmert und gerne aufnahm und ganz allgemein nach Vereinfachung – vor allem in der Wortstellung – strebte. Dieser sermo plebeius ist als „Vulgärlatein” bekannt geworden. Bisweilen schließt der Begriff auch den sermo cotidianus der gebildeten Römer mit ein. Die romanischen Sprachen haben sich nicht aus der lateinischen Literatursprache entwickelt, sondern aus dem sermo plebeius der spätlateinischen Periode, der Lingua Romana. So verschwand z. B. equus („Pferd”) aus der Sprache, und caballus („Gaul”, „Lastpferd”) wurde zur Grundlage für die romanischen Wörter für Pferd (cheval, caballo). In ähnlicher Weise sind die romanischen Wörter für Kopf (tête, testa) nicht von dem lateinischen caput abgeleitet, sondern von einem lateinischen Slangausdruck für Kopf (testa), wörtlich „Topf”.