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| 1. | Einleitung |
Yoga, auch Joga, (Sanskrit yoga: Anspannen, Anschirren; gemeint ist das Anschirren der Seele an Gott), philosophisch-religiöses Meditationssystem der Hindus, das in der Beherrschung des Körpers besteht, wobei dem fortgeschrittenen Yogi magische Kräfte nachgesagt werden.
Yoga ist eine Lehre, die davon ausgeht, dass, indem man bestimmte Übungen praktiziert, die körperlichen Grenzen überschritten werden können. Dadurch ist es möglich, sich von den Täuschungen der Sinne und den Irrungen der Gedanken zu befreien und sich mit dem Gegenstand der Erkenntnis zu vereinen. Der Lehre zufolge ist diese Vereinigung der einzig wahre Weg zur Erkenntnis. Für den Yogi (derjenige, der Yoga praktiziert) ist der Gegenstand der Erkenntnis der universale Geist Brahma. Eine Minderheit der atheistischen Yogis setzt die vollkommene Selbsterfahrung an die Stelle der Gotteserkenntnis. Das Ideal des Yoga ist jedoch immer die Erkenntnis und nicht, wie allgemein angenommen wird, die Erringung bedeutender Leistungen in der Askese und im Hellsehen oder das Vollbringen von Wundern. Dagegen lehnt die Yogalehre gerade die strenge Askese ab und betont, dass die körperlichen und geistigen Übungen ausschließlich der Konzentration auf das innere Zentrum dienen.