| Suchansicht | Pietismus | Artikelansicht |
Pietismus (von lateinisch pietas: Frömmigkeit), eine im 17. und 18. Jahrhundert entstandene religiöse Bewegung des deutschen Protestantismus, in deren Mittelpunkt die persönliche Bekehrung und die Umsetzung des Glaubens im täglichen Leben standen. Die Bezeichnung Pietismus ging auf Andachten, collegia pietatis, zurück, zu denen Philipp Jacob Spener Gläubige in sein Haus in Frankfurt einlud. Die Teilnehmer seiner Andachten blieben Mitglieder der Kirche, versuchten jedoch diese durch ihre Frömmigkeit zu reformieren.
August Hermann Francke, ein Mitarbeiter Speners, gründete Erziehungsanstalten in Halle an der Saale, die so genannten Franckeschen Stiftungen, aus denen viele bekannte Persönlichkeiten hervorgingen.Daneben gründete Francke die Ostindische Missionsgesellschaft, die Missionare ausbildete und Missionen in Afrika und Asien gründete.
Der deutsche Pietismus wurde durch die Übersetzungen der Werke von Richard Baxter, Lewis Bayl, John Bunyan und den englischen Puritanismus beeinflusst, während dieser wiederum Einfluss auf die religiösen Entwicklungen in England und Amerika, vor allem über John und Charles Wesley und den Methodismus ausübte.