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Rheinbund

Rheinbund, Bund von zunächst 16 west- und süddeutschen Staaten, der am 12. Juli 1806 auf Betreiben des französischen Kaisers Napoleon I. gegründet wurde. Napoleon hatte bereits fast ganz Süd- und Westdeutschland in seine Abhängigkeit gebracht und im Rahmen des Friedens von Preßburg vom 26. Dezember 1805 Bayern und Württemberg zu Königreichen erhoben. Mit der Gründung des Rheinbundes suchte er die west- und süddeutschen Staaten noch enger an sich zu binden und vor allem die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches herbeizuführen.

Am 12. Juli 1806 versammelten sich 16 deutsche Fürsten in Paris, unterzeichneten die Rheinbund-Akte, den Gründungsvertrag und zugleich die Verfassung des Bundes, erklärten sich für souverän und traten am 1. August 1806 förmlich aus dem Reichsverband aus. Wenige Tage später, am 6. August 1806, legte Franz II. die römisch-deutsche Kaiserwürde nieder und besiegelte damit das Ende des Heiligen Römischen Reiches.

Die Rheinbundstaaten waren de facto Vasallen Napoleons und hatten als dessen Bundesgenossen vor allem umfangreiche Truppenkontingente zu stellen, so z. B. für Napoleons Feldzüge gegen Österreich und Russland (siehe Napoleonische Kriege). Die meisten der Rheinbundstaaten wurden durch Mediatisierungen auf Kosten kleinerer Reichsstände territorial vergrößert, einige Rheinbundfürsten, wie etwa der Kurfürst Karl Friedrich von Baden, der zum Großherzog erhoben wurde, erfuhren Standeserhöhungen. Die Verfassung des Bundes sah einen in Frankfurt tagenden Bundestag vor, der jedoch nie einberufen wurde, und sie förderte die Einführung des Code Napoléon in den Mitgliedsstaaten.

Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Oktober 1806 schlossen sich nach und nach die meisten deutschen Staaten dem Rheinbund an, das Königreich Westphalen wurde mit seiner Gründung 1807 ebenfalls Mitglied; Preußen und Österreich sowie Holstein und Pommern blieben als einzige deutsche Staaten dem Bund fern. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 wechselten die meisten der Rheinbundstaaten zur preußisch-österreichisch-russischen Koalition gegen Napoleon über und lösten somit den Rheinbund auf. Nach dem Ende des alten Reiches und des Rheinbundes schuf der Wiener Kongress 1815 einen neuen deutschen Staatenbund: den Deutschen Bund.