Buddha
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Buddha
1. Einleitung

Buddha (Sanskrit: der Erleuchtete, der Erwachte), (7. bis 4. Jahrhundert v. Chr.), Ehrentitel des Siddharta Gautama Shakyamuni (Sanskrit Siddharta Gautama, Pali Siddhata Gotama). Er gilt als Begründer des Buddhismus.

Die Lebenszeit von Siddharta Gautama ist nicht eindeutig festzustellen. In den alten Texten gibt es zwei Chronologien, wonach er entweder 623 v. Chr. oder 566 v. Chr. (anderen Angaben zufolge auch 563 oder um 560 v. Chr.) geboren worden sein soll, möglicherweise aber auch hundert Jahre später. Einig sind sich alle Überlieferungen nur darin, dass er 80 Jahre alt geworden ist. Mit einiger Sicherheit fällt seine Lebenszeit also in das 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. Auch eine historische Biographie Siddharta Gautamas kann nicht rekonstruiert werden, denn sämtliche Quellen spiegeln spätere Entwicklungen und Ansichten über den Buddha in seine Lebenszeit zurück. Außerdem wurde jede einzelne Lebensstation des künftigen Buddha phantasiereich ausgemalt und mit Motiven und Erzählkomplexen angereichert, die auch sonst in der Religionsgeschichte zur Verdeutlichung der besonderen Bedeutung von Stifterpersönlichkeiten eingesetzt werden. Diese Erzählungen sind aufschlussreich für die mentalitäts- und sozialgeschichtliche Entwicklung des Buddhismus. Wirksam geworden sind sie vor allem in der buddhistischen Kunst, aber auch für die Visualisationspraxis der Meditation. Einzelne Erzählungen sind ferner mit bestimmten Orten verbunden, deren Kulttraditionen wiederum durch Legenden legitimiert wurden. Die Einzelelemente der Erzählungen zur Lebensgeschichte sind zwar typisiert; aus der legendären Einkleidung lassen sich aber einige Schlüsselereignisse erheben, die auch einige wesentliche Daten über den historischen Buddha und seine Umgebung beinhalten.

Siddharta Gautama entstammte einer Familie von höheren Verwaltungsbeamten, die wohl der Kshatriya-Kaste angehörte. Sein Vater Shuddhodana war der gewählte Regent (Raja) der Shakya-Republik von Kapilavastu, die unter der Oberhoheit des Königs von Koshala stand. Shuddhodana soll mit den Schwestern Maya und Prajapati verheiratet gewesen sein, Erstere, die Mutter Siddhartas, starb laut Überlieferung sieben Tage nach der Niederkunft. Siddharta wurde vermutlich in den für einen Kshatriya üblichen Disziplinen Reiten, Bogenschießen und Schwertkampf erzogen. Im Alter von 16 Jahren wurde er mit seiner Cousine Yashodara verheiratet. Die legendären Jugenderzählungen preisen die übernatürlichen geistigen und körperlichen Kräfte des jugendlichen Bodhisattva (d. h. des zukünftigen Buddha). Mit 29 Jahren, kurz nach der Geburt seines Sohnes Rahula, nahm Siddharta das Leben eines Wanderasketen auf. In der Überlieferung wird der Entschluss dazu mit der berühmten (späten) Legende von den vier Ausfahrten ausgemalt, die auch in der Kunst breiten Raum einnimmt. Der allgemeinen Praxis entsprechend, suchte Siddharta verschiedene spirituelle Lehrer auf: zunächst den Meditationslehrer Arada Kalama, der ihn die Achtsamkeitsmeditation lehrte, dann Udraka Ramaputra, der möglicherweise ein Vedanta-Lehrer war. Danach unterzog sich Siddharta strengster Askese.

Die Texte und die entsprechenden Abbildungen in der Kunst stellen die asketische Strenge des künftigen Buddha dar, die alles bisher an Askesetechniken bekannt gewesene überboten haben soll. Nach ausbleibenden Erfolgen erinnerte sich Siddharta an eine spontane Meditationserfahrung in der Jugend unter einem Rosenapfelbaum. Er aß, setzte sich unter einen Baum und meditierte. In der legendären Ausschmückung werden die Versuchungen Maras, der ursprünglich ein Totendämon war, dargestellt, der sich dem Erwachen Siddhartas machtvoll in den Weg stellt. Diese Versuchungen wurden ebenfalls zu einem beliebten Thema der Kunst und der Frömmigkeit. Die Erfahrung der Erleuchtung, des Erwachens, also der Befreiung, wird recht nüchtern berichtet. Sie besteht in der Einsicht in die karmische Struktur der Wirklichkeit, in die gegenseitige Abhängigkeit aller Wesen und in die Einsicht in die Vier Edlen Wahrheiten.

Seine erste Predigt hielt Siddharta vor fünf Asketen im Wildpark Ishipatana in Sarnath bei Benares und setzte damit das Rad der Lehre in Gang. Anschließend wanderte der nun zum Buddha gewordene Shakyamuni über 40 Jahre lang predigend durch Nordindien, nahm zahlreiche Schüler in den von ihm gegründeten Orden auf und gewann Laien zur Unterstützung. Er setzte sich mit den Brahmanen und ihrer Opferreligion auseinander, wandte sich an die Bevölkerung der Dörfer und Städte und hatte Kontakt mit Menschen aller sozialen Schichten sowie mit Herrschern höheren Ranges. So soll er mit dem jungen König Bimbisara von Magadha befreundet gewesen sein. Als der Buddha seine Heimatstadt besuchte, nahm er seinen Sohn Rahula in den Orden auf. Auf Drängen seiner Pflegemutter Prajapati ließ er schließlich auch einen Nonnenorden zu. Gegen Ende seines Lebens soll sein Vetter Devadatta gegen ihn intrigiert und sogar Mordanschläge auf ihn verübt haben.

Die letzte Wanderung führte den Buddha und seine Getreuen ins Gebiet der Mallas, wo er im Alter von 80 Jahren in Kushinagara gestorben sein soll. In großer Ausführlichkeit werden in den Texten die Bestattungsfeierlichkeiten beschrieben. Die Überreste seines verbrannten Leichnams wurden demnach eingesammelt und aufgebahrt. Auch kam es zum Streit um die Reliquien, fast zum Krieg: Schließlich gelang einem Brahmanen die Schlichtung. Die sterblichen Überreste wurden in acht Teile aufgeteilt, alle überführten ihren Anteil in ihre Heimat und errichteten darüber Stupas.