Realismus (Kunst)
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Realismus (Kunst)
2. Begriff und Stilmittel

Geprägt wurde der Begriff des Realismus in der französischen Kunst, namentlich von Gustave Courbet, dessen Gemälde von der Jury der Pariser Weltausstellung 1855 abgelehnt worden waren und der seine Bilder daher parallel zur offiziellen Präsentation zeitgenössischer Kunstwerke in seinem Pavillon du Réalisme präsentierte. Der Begriff diente vor allem dazu, seine Gemälde vom vorherrschenden Kunstgeschmack und den idealisierenden Werken des Klassizismus und der Romantik abzugrenzen.

Seit Courbet wird der Realismusbegriff auf alle Werke der älteren und neueren Kunstgeschichte angewandt, die versuchen, der Wirklichkeit durch Nachahmung möglichst nahezukommen und dabei nicht nur die Schönheit, sondern auch die „hässlichen” Seiten der Realität abzubilden. Je nach Lesart kann er inhaltlich (über die Motive) oder aber auch technisch (über den Malstil) gefüllt werden. In letzterem Sinn wird er in der Kunstwissenschaft oft mit dem Naturalismus („naturalistische Malweise”) gleichgesetzt.