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Glycerin (1,2,3-Propantriol), farb- und geruchloser, leicht süß schmeckender dreiwertiger Alkohol mit der chemischen Summenformel C3H8O3 und der relativen Dichte 1,26.

Einfache Fette und Öle sind Ester der Fettsäuren und des Glycerins. Zur Herstellung von Waschmittel werden z. B. Fette oder Öle mit Alkalien behandelt. Bei diesem Prozess fällt Glycerin als Nebenprodukt an und kann anschließend durch Destillation gereinigt werden. In den vierziger Jahren begann man besonders in den USA Waschmittel zunehmend auf synthetischem Wege herzustellen und schränkte die Seifenproduktion auf Fettsäurebasis ein. Aus diesem Grund stand Glycerin bei gleichzeitig steigendem Bedarf nicht mehr in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Man entwickelte daher Verfahren, Glycerin auf anderem Weg zu erzeugen. Eines der ersten Verfahren ging von so genanntem Allylchlorid (3-Chlorpropen, H2C9CH8CH2Cl) aus. Das daraus gewonnene Zwischenprodukt Epichlorhydrin (C3H5ClO) wird in verdünnter Natronlauge (siehe Natriumhydroxid) unter hohem Druck und erhöhter Temperatur stufenweise zu Glycerin hydrolysiert. Die dabei sich bildende wässrige natriumchloridhaltige Glycerinlösung wird eingeengt, entsalzt und destillativ aufkonzentriert. Ein anderes Verfahren geht vom Allylalkohol (2-Propen-1-ol) aus.
Glycerin wird vor allem zur Herstellung von Alkydharzen verwendet (siehe Kunststoffe), außerdem zur Produktion von Arzneimitteln und Kosmetika, darunter Zahnpasten. Glycerin dient auch als Weichmacher in Cellophan sowie als feuchtigkeitserhaltender Bestandteil von Tabakerzeugnissen. Da es heute billigere Produkte gibt, gehen nur noch rund fünf Prozent des industriell hergestellten Glycerins in die Produktion von Nitroglycerin-Sprengstoffen. Wegen seiner wasseranziehenden (hygroskopischen) Eigenschaft und seiner hohen Viskosität ist Glycerin eine wichtige Komponente von Stempelfarben. Weil Glycerin sich nicht in Mineralölen löst, verwendet man es als Schmierstoff für Pumpen von Erdölförderanlagen.