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Maroniten

Maroniten, christliche Gemeinschaft im Libanon, die sich als einzige orientalische Religionsgemeinschaft der katholischen Kirche in Rom angeschlossen und den Primat des Papstes anerkannt hat. Kleinere maronitische Gruppen gibt es auf Zypern, in Palästina, Syrien und den Vereinigten Staaten. Weltweit gibt es ungefähr 1,3 Millionen Gläubige.

Die maronitische Kirche entstand im syrischen Kloster des heiligen Maro (Einsiedler und Priester, der im 4./5. Jahrhundert lebte), das ein Widerstandszentrum gegen den im Orient vorherrschenden Monophysitismus bildete: Die Maroniten vertraten einen monotheletischen Gottesbegriff.

Ihren ersten Patriarchen stellten die Maroniten während der Patriarchen-Vakanz (zwischen 702 bis 742) von Antiochia. Der Kalif Marwan (744-748) erkannte als erster die Maroniten als eigenständige Religionsgemeinschaft an. In der ersten Häfte des 9. Jahrhunderts vertrieben die Araber die Maroniten in den Libanon, die zwischenzeitlich auch mit den Jakobiten und Melchiten in Konflikt geraten waren. 1181/82 vereinigten sich die Maroniten mit Rom, und 1216 wurde der menotische Patriarch von Antiochia vom Papst in Rom anerkannt, doch erst 1445 auf dem Konzil von Ferrara und Florenz die Union mit Rom bestätigt.

Die in syrischer Sprache gehaltene Liturgie folgt dem antiochischen Ritus, enthält jedoch auch römisch-katholische Elemente. Nach dem Kirchenrecht der orientalischen Kirchen (1957) ist der maronitische Klerus nicht dazu verpflichtet, sich an das Zölibat zu halten.

Neben den Drusen beanspruchen auch die Maroniten seit ihrer ökonomischen wie demographischen Expansion im Libanon den politischen Führungsanspruch im Staat. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es deshalb zu bewaffneten Auseinandersetzungen, 1860 zum Bürgerkrieg. In der libanesischen Verfassung von 1926 wurde der konfessionelle Proporz festgeschrieben und den Maroniten das Amt des Staatspräsidenten zuerkannt. Während des Bürgerkriegs 1975 bis 1990 konnten sich die maronitischen Christen behaupten und stellten mit den Brüdern Beschir und Amin Gemayel von 1982 bis 1988 sowie mit Elias Hrawi von 1992 bis 1998 den Staatspräsidenten.