Delphine
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Delphine
2. Artengruppen

Unabhängig von der systematischen Einordnung werden auch alle kleineren Arten von Zahnwalen als Delphine bezeichnet; die größeren Arten nennt man Wale. Die meisten und bekanntesten Delphine gehören zur Unterfamilie der Eigentlichen Delphine. Die häufigste Art der Delphine ist der drei bis vier Meter lange und bis 350 Kilogramm schwere, grau gefärbte Große Tümmler, der oft in Delphinarien gehalten wird und in allen Ozeanen und europäischen Meeren vorkommt. Sein Gesamtbestand wird auf etwa fünf Millionen Tiere geschätzt. Er ernährt sich von Fischen, Krebstieren und anderen Wirbellosen.

Der Gewöhnliche Delphin ist ebenfalls weltweit in allen warmen und gemäßigten Meeren verbreitet und die häufigste Art im Mittelmeer; er findet sich auch auf Abbildungen aus dem antiken Rom und Griechenland. Dieser Delphin erreicht eine Länge von etwa zwei Metern und wiegt ungefähr 100 Kilogramm. Er ist an seiner deutlich abgesetzten, schmalen Schnauze zu erkennen. Der Gewöhnliche Delphin ernährt sich von Fischen, Garnelen und Tintenschnecken. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von zehn bis elf Monaten ein Junges zur Welt, das ein Jahr gesäugt wird. Die Jungen werden im Alter von etwa vier Jahren geschlechtsreif; Delphine dieser Art können ungefähr 20 Jahre alt werden. Der Bestand des Gewöhnlichen Delphins im östlichen Pazifik wird auf 1,5 Millionen Tiere geschätzt. Er bildet zum Teil große Schulen, die gelegentlich Schiffe begleiten.

Die Schwertwale und Grindwale bilden ebenfalls eine Unterfamilie der Delphine. Der vorwiegend schwarzweiß gefärbte Schwertwal oder Orca ist mit einer Körperlänge von bis zu neun Metern und einem Maximalgewicht von 7 000 Kilogramm der größte Delphin. Er ernährt sich neben Fischen auch von Meeresvögeln, Robben und anderen Walen. Zu dieser Unterfamilie gehört auch der erst 2005 wissenschaftlich beschriebene, vor Nordostaustralien lebende Stumpfflossen-Delphin. Die Unterfamilie der Glattdelphine ist durch das Fehlen einer Rückenfinne gekennzeichnet. Delphine aus der Unterfamilie Schwarz-Weiß-Delphine sind auffällig gezeichnet und ernähren sich als Kaltwasserbewohner der Südhalbkugel von Tintenschnecken und Krebstieren.

Eine eigenständige Gruppe von Zahnwalen bilden die Flussdelphine, zu denen der etwa 2,5 Meter lange Gangesdelphin gehört, der mit zwei Unterarten im Ganges und Indus lebt. Die Größe seines Bestandes wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf allenfalls wenige tausend Tiere geschätzt. Aufgrund von Wasserverschmutzung, Bejagung und Trennung der Populationen durch Staustufen und Dämme nimmt die Zahl dieser Delphine dramatisch ab. Der im Jangtsekiang lebende, bis zu zweieinhalb Meter großen Jangtse-Delphin (auch Chinesischer Flussdelphin oder Baiji), der ebenfalls durch die Verschmutzung seines Lebensraumes und durch Bauwerke wie den Drei-Schluchten-Staudamm, aber auch durch Motorboote und Fischernetze gefährdet ist, wurde im September 2004 zum letzen Mal mit Sicherheit beobachtet. Nachdem bei einer Ende 2006 durchgeführten umfangreichen Suche kein einziges Exemplar entdeckt werden konnte, ging man davon aus, dass diese Spezies entweder ausgestorben oder in ihrem Bestand soweit dezimiert ist, dass eine Bestandserholung nicht möglich ist.