Sir James Jeans
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Sir James Jeans

Sir James Jeans (1877-1946), britischer Mathematiker, Physiker und Astronom, der u. a. wichtige Beiträge zur Theorie des Schwarzen Strahlers lieferte.

Jeans wurde am 11. September 1877 in Ormskirk bei Liverpool geboren. Er wuchs in Ormskirk, Brighton und in London auf. Nach seiner Schulausbildung begann Jeans im Oktober 1896 Mathematik und Naturwissenschaften am Trinity College der Universität Cambridge zu studieren. Bereits als Student übernahm er am College Lehrtätigkeiten. 1901 wurde er zum Fellow und 1904 zum Lecturer ernannt. Von 1905 bis 1909 unterrichtete er Angewandte Mathematik an der Universität Princeton, ab 1909 als ordentlicher Professor. 1907 heiratete er die Amerikanerin Charlotte Tiffany Mitchell. 1909 ging Jeans zusammen mit seiner Frau nach Cambridge. Hier unterrichtete Jeans bis 1912 Mathematik. Ab 1912 widmete sich der Gelehrte nur noch der Forschung und dem Verfassen von Büchern. Er wurde 1928 in den Adelsstand erhoben.

1914 veröffentlichte Jeans die Arbeit Radiation and the Quantum Theory. Darin bestätigt er die Planck’sche Strahlungsformel für die Strahlung eines Schwarzen Körpers, deren physikalische Deutung Max Planck im Dezember 1900 geliefert hatte (siehe Planck’sches Wirkungsquantum). Gemeinsam mit anderen britischen Forschern hatte Jeans die Richtigkeit von Plancks Theorie bis dahin angezweifelt. Er hatte das bereits im Juni 1900 von John William Strutt Rayleigh aufgestellte Strahlungsgesetz verfeinert – Rayleigh war es gelungen, die Formel aus der klassischen Physik abzuleiten. Wie sich später herausstellte, war das Gesetz von Rayleigh und Jeans ein Grenzfall des Planck’schen Strahlungsgesetzes, und zwar für hohe Temperaturen. (Den Grenzfall für niedrige Temperaturen bildet das Strahlungsgesetz nach Wilhelm Wien von 1896.)

Jeans widmete sich u. a. auch Problemen der Astrophysik. 1919 erschien seine Arbeit Problems of Cosmogony and Stellar Dynamics, in der er die Dynamik der Sternsysteme und eine Theorie über die Entstehung unseres Planetensystems beschrieb. So war der Wissenschaftler davon überzeugt, dass die Bildung der Planeten auf „Gezeitenkräfte” zurückzuführen sei, die beim Vorübergang eines Sterns an der Sonne wirkten.

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen, wie z. B. Astronomy and Cosmogony (1928) oder The Mysterious Universe (1930), verfasste Jeans auch eine Reihe viel gelesener, populärwissenschaftlicher Bücher. Zu diesen gehören beispielsweise The Universe Around Us (1929), Through Space and Time (1934) und Science and Music (1937). Etwa ein Jahr nach dem Tod seiner ersten Frau Charlotte heiratete Jeans 1935 die Wiener Musikerin Suzanne Hock. In seinem Haus in Dorking, nur wenige Kilometer südlich von London, richtete Jeans ein großzügig ausgestattetes Musikzimmer ein. Er spielte oft mit seiner Frau zusammen, allerdings nicht vor Publikum. Nur wenige Tage nach seinem 69. Geburtstag starb der Forscher am 16. September 1946 in Dorking.