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Anakreon, lateinisch Anacreon, (um 572 bis ca. 488 v. Chr.), griechischer Lyriker. Er stammte aus Teos in Ionien; seit 545 v. Chr. lebte er lange Jahre in Samos, Athen und Thessalien, nachdem die Perser nach Griechenland vorgerückt waren. Hier traf er auf Polykrates von Samos und den Sohn des Peisistratos, Hipparch. Anakreon ist vor allem für seine heiter-graziösen Verse und Kurzgedichte bekannt, nach denen eine europäische Richtung der Lyrik im Rokoko, die Anakreontik (etwa 1740 bis 1770), benannt wurde. Bei seinem nur fragmentarisch erhaltenen Werk handelt es sich meist um spielerisch-elegante Lieder, in denen er die Liebe und den Wein besingt. Sie zeichnen sich vor allem durch ihre schlichte, klare Sprache aus; einige wurden 1864 von Eduard Mörike ins Deutsche übertragen. In byzantinischer Zeit entstanden die so genannten Anakreonteen, epigonale Nachdichtungen von Anakreons Werk. 60 dieser Anakreonteen sind in der Anthologie Anthologia Palatina enthalten.
Deutschsprachige Vertreter der Anakreontik waren zeitweise Friedrich Gottlieb Klopstock, Matthias Claudius, Friedrich Schiller, Gotthold Ephraim Lessing und Ewald Christian von Kleist.