Buddhismus
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Buddhismus
2. Siddharta Gautama (Buddha)

Als Lebenszeit von Siddharta Gautama wird heute etwa die Zeit von 450 bis 370 v. Chr. angenommen. Er wurde als Sohn eines Adeligen aus dem Geschlecht der Shakya in Nordindien geboren. Als Sohn des Regenten der Shakya-Republik von Kapilavastu, die unter der Oberhoheit des Königs von Koshala stand, verbrachte er eine unbeschwerte Jugend. Im Alter von 29 Jahren begann Siddharta Gautama das Leben eines wandernden Bettelmönchs zu führen. Sechs Jahre lang lebte er als strenger Asket, gab aber diese Lebensweise, da sie ihn nicht zur Befreiung führte, wieder auf. Eines Abends ging er nach Bodh-Gaya (früher Uruvela) und ließ sich unter einem Feigenbaum nieder, um zu meditieren. Dort erlangte er die Erleuchtung (Bodhi), durch die er zum Buddha wurde (siehe Bodhibaum).

Nach mehrwöchiger Meditation entwickelte er die Lehre, die es ermöglicht, dem Leiden ein Ende zu setzen und Befreiung zu finden. Er ging anschließend zum Wildpark Ishipathana (auch Gazellenhain) in Sarnath bei Benares, traf dort auf fünf Bettelmönche, die Zeugen seiner früheren Kasteiungen waren, und hielt vor ihnen seine erste Predigt. Mit dieser Predigt von Benares setzte er das Rad der Lehre in Gang, sie war der Beginn der öffentlichen geistigen Lehrtätigkeit, die er 45 Jahre lang ausübte. Im Alter von 80 Jahren starb Gautama bei Kushinagari im Land der Mallas.

Zum Leben Siddhartas existiert umfangreiches Quellenmaterial, das jede einzelne Station des künftigen Buddha (Bodhisattva) phantasiereich ausmalt und mit Motiven und Erzählkomplexen anreichert, die auch sonst in der Religionsgeschichte zur Verdeutlichung der besonderen Bedeutung von Stifterpersönlichkeiten eingesetzt werden. So wird die Geburtsgeschichte mythisch überhöht; legendäre Jugenderzählungen preisen die übernatürlichen Kräfte des jugendlichen Bodhisattva. Zu diesen Legenden gehört auch die berühmte Geschichte von den vier Ausfahrten des Fürstensohnes, der in der Erzählung als Prinz und Königssohn bezeichnet wird. Die Erzählung über das Erwachen bzw. die Erleuchtung wird mit den Erzählungen über die Versuchungen durch Mara ausgeschmückt, den Dämon, der sich dem Erwachen des meditierenden Gautama in den Weg stellt. Diese Motive werden ihrerseits zu einem beliebten Thema der buddhistischen Kunst und Frömmigkeit.