Phönizien
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Phönizien
4. Kultur und Religion

Phöniziens bedeutendste kulturelle Errungenschaft war die Entwicklung eines Alphabets, einer Buchstabenschrift, die als reine Konsonantenschrift konzipiert war und später die Grundlage sowohl der griechischen als auch der lateinischen Schrift bildete. Die Ursprünge der phönizischen Schrift reichen bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Die Produkte des phönizischen Handwerkes, besonders Textilien und Farbstoffe (darunter der berühmte tyrische Purpur, von dem sich auch ihr Name ableitete), Gegenstände aus Edelmetall, Elfenbeinschnitzereien und Glaswaren, waren in der gesamten antiken Welt berühmt. Bei Ausgrabungen wurden in Grabstätten aufwendig gefertigte Masken aus verschiedenen Materialien wie Terrakotta oder Bronze entdeckt. Die phönizische Kunst beeinflusste maßgeblich die Kunst der Griechen.

Die pantheistische Religion der Phönizier, die der kanaanäischen sehr nahe stand, konzentrierte sich auf den Kult verschiedener Stadtgottheiten, die als Baal oder Herr bezeichnet wurden und wohl Naturgötter waren. Die wichtigste weibliche Gottheit war die Kriegsgöttin Astarte, die mit der babylonischen Ischtar verwandt war. Durch die Ausbreitung der Herrschaft der Phönizier wurden ihre religiösen Vorstellungen im gesamten Mittelmeerraum verbreitet.