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| 2. | Historische Vorläufer |
Die Töpferwerke der griechischen und römischen Antike sind bereits großbetriebliche Fertigungsstätten. In verschiedenen Teilen des Römischen Reiches wurden in Manufakturen Glasartikel, Bronzewaren und ähnliche Artikel für den Export und für den heimischen Gebrauch hergestellt. Im Mittelalter entstanden in den syrischen Städten Antakya und Tyros große Seidenspinnereien. In Europa wurden gegen Ende des Mittelalters Textilfabriken in verschiedenen Ländern gegründet, besonders in Italien, Flandern (heute Belgien), Frankreich und England.
Während der Renaissance nahm der Bedarf an Fabrikwaren zu, bedingt durch den Fortschritt der Wissenschaften, die Eroberung der Neuen Welt und die Entstehung neuer Handelsrouten nach Fernost. In Westeuropa, insbesonders in England, entstanden im Verlauf des 16. und 17. Jahrhunderts viele großbetriebliche Organisationsformen, die als primäre Manufakturen bezeichnet werden, im Wesentlichen handelte es sich dabei um Bergbaubetriebe, Hütten- und Hammerwerke, Münzstätten und Salinen. Des Weiteren wurden Papier, Schusswaffen, Schießpulver, Gusseisen, Glas, Bekleidung, Bier und Seife hergestellt. Zwar setzten einige Werke Maschinen ein, die mit Wasserkraft betrieben wurden, doch im Allgemeinen wurde die Arbeit in Handarbeit und mit einfachen Werkzeugen erledigt. Im Gegensatz zu den modernen mechanisierten Werksanlagen mit Fließbändern waren Manufakturen Gewerbebetriebe, bei denen in der Regel nur bestimmte Teile der Produktion in einem Manufakturgebäude stattfanden. Manufakturen waren meist aber nicht der normale Produktionsort. Obwohl einige Arbeiter die Werkzeuge ihres Arbeitgebers nutzten und auf dem Werksgelände arbeiteten, erfolgte doch der größte Teil der Fertigung im Rahmen der Heimarbeit. Das heißt, die Arbeiter erhielten die Rohstoffe, verarbeiteten diese zu Hause, lieferten die fertigen Waren ab und wurden für ihre Arbeit bezahlt. Dieses Art der Produktionsorganisation nennt man Verlagssystem.