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| 4. | Massenproduktion |
Textilien, besonders Baumwollprodukte, waren die wichtigsten Industriegüter, die während des frühen 19. Jahrhunderts in Fabriken gefertigt wurden. Zwischenzeitlich wurden neue Maschinen und Techniken erfunden, durch die das Fabriksystem auch in anderen Wirtschaftsbereiche Eingang fand. Der amerikanische Erfinder Eli Whitney trieb durch die Erfindung der Cotton Gin (einer Baumwollentkörnungsmaschine) 1793 die Entwicklung der amerikanischen Textilindustrie voran. Einen genauso wichtigen, wenn nicht wichtigeren Beitrag zum Fabriksystem leistete er, indem er die Idee realisierte, austauschbare Teile bei der Herstellung von Schusswaffen zu verwenden. Diese austauschbaren Teile, mit denen Whitney 1798 zu experimentieren begann, ermöglichten schließlich die Herstellung von Schusswaffen durch Fließbandtechniken und nicht in Einzelfertigung. Sie ließen sich mit vorgefertigten Teilen auch schneller reparieren. Die Idee der austauschbaren Teile wurde etwa ab 1820 auf die Herstellung von Chronometern angewandt. Um 1850 wurden in Waltham im Bundesstaat Massachusetts erstmals automatische Maschinen eingesetzt, um Uhren in einzelnen Produktionsschritten innerhalb einer Fabrik herzustellen. So bildete sich Mitte des 19. Jahrhunderts in amerikanischen Fabriken ein herausragendes Merkmal des modernen Fabriksystems heraus, nämlich die Massenproduktion von normierten Gütern.
Die Bekleidungsindustrie wurde durch die Erfindung der Nähmaschine revolutioniert, und sie expandierte in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts in großem Maß. Durch den hohen Bedarf an Uniformen während des Amerikanischen Bürgerkrieges entwickelten Bekleidungshersteller normierte Größen, eine Vorbedingung für die Massenproduktion von Konfektionsware. Zur gleichen Zeit regte der Bedarf an Schuhen für das Militär die Entstehung von Schuhnähmaschinen an, mit denen Schuhe als Massenprodukt gefertigt werden konnten. Der eigentliche Übergang zur Industriegesellschaft fand aber in einem Prozess statt, welchen Marx im Kapital so beschrieb: „Die große Industrie mußte sich also ihres charakteristischen Produktionsmittels, der Maschine selbst bemächtigen und Maschinen durch Maschinen produzieren. So erst schuf sie ihre adäquate technische Unterlage und stellte sich auf ihre eigenen Füße. Mit dem wachsenden Maschinenbetrieb in den ersten Dezennien des 19. Jahrhunderts bemächtigte sich die Maschinerie in der Tat allmählich der Fabrikation der Werkzeugmaschinen. Jedoch erst während der letztverfloßnen Dezennien riefen ungeheuerer Eisenbahnbau und ozeanische Dampfschiffahrt die zur Konstruktion von ersten Motoren angewandten Maschinen ins Leben.”