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Abendmahl, in der orthodoxen, römisch-katholischen, anglikanischen und lutherischen Kirche und in vielen anderen protestantischen Glaubensformen jenes Sakrament, das die Vereinigung Jesu Christi mit den Gläubigen symbolisiert. Seit dem 1. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung Eucharistie durchgesetzt.
Als letztes Abendmahl bezeichnet man das im Neuen Testament geschilderte Mahl Jesu mit seinen Jüngern, das die Aufforderung enthält, „zu meinem Gedächtnis” das Brot zu essen und den Wein zu trinken. Dieser so genannte Stiftungsbefehl findet sich in Lukas 22, 17-20 und in 1. Korinther 11, 23-25. In der frühen Kirche war es allgemein üblich, zum Gedächtnis eine Mahlzeit einzunehmen, und der Glaube an die Gegenwart Christi beim „Brechen des Brotes” war offenbar weit verbreitet. Aus der Didache, einem frühen christlichen Dokument, in dem die Eucharistie zweimal ausführlich erwähnt wird, und dem Neuen Testament geht hervor, dass die Eucharistiefeier sehr unterschiedlich gestaltet und interpretiert wurde.
Zwei Themen kennzeichnen die Entwicklung der Abendmahlslehre: die Frage der Gegenwart Christi sowie der Opfergedanke. Im Neuen Testament wird die Gegenwart Christi bei der Eucharistie nicht erklärt. Die frühen Kirchenlehrer nahmen die Worte Jesu „Das ist mein Leib” und „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird” (Lukas 22, 19-20) als ausreichende Erklärung für die wundersame Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi.
Das zentrale Abendmahlsgebet, die Anaphora (griechisch: Darbringung), enthält ein Dankgebet für die Schöpfung der Welt und ihre Erlösung durch Jesus Christus; einen Bericht über die Einsetzung des Abendmahles; die Rückerinnerung oder Anamnese, die Darbringung von Brot und Wein in dankbarer Erinnerung an Jesus Christus; die Epiklese, das Gebet, mit dem der Heilige Geist erfleht wird, sowie ein Fürbittgebet.