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| 2. | Antike |
Im antiken Griechenland bildete die Satire keine nennenswerte Tradition heraus. Zu den wenigen Ausnahmen zählten die Schmähverse des Archilochos aus dem frühen 7. Jahrhundert v. Chr. Die Urform des griechischen satirischen Dramas waren die Komödien des Aristophanes aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Als eigenständige Form wurde die Satire erst von den Römern entwickelt, beginnend mit Gaius Lucilius. Seine 30 satirischen Bücher in Versen enthielten kritisch-ironische Abhandlungen über unterschiedlichste Lebensbereiche. Im 3. Jahrhundert v. Chr. schrieb der griechische Philosoph Menippos seine später so genannten menippeischen Satiren.
Der erste große Satiriker, dessen Werke Bestand hatten und späteren Schriftstellern als Vorbild dienten, war der Dichter Horaz. Er prangerte vorrangig sexuelle Exzesse und ungehobelte Umgangsformen an. Weit aggressiver fielen die 16 Satiren seines Zeitgenossen Juvenal aus, der die Laster der römischen Städter geißelte und ihnen die Ehrenhaftigkeit und Gelassenheit des Landlebens positiv entgegensetzte. Als Stoiker machte er sexuelle Ausschweifung, Betrug, Meineid, Diebstahl, Gefräßigkeit, Verschwendung, Geiz und Kriecherei zu bevorzugten Zielscheiben seiner Angriffe. Zudem verschaffte er sich den Ruf eines rigorosen Frauenfeindes.
Martial, ein Freund Juvenals, war ein Meister des Epigramms. In 15 Büchern legte er eine Sammlung vernichtender Kommentare zu den Lebensumständen im „dekadenten” Rom vor. Martial gilt zudem als Begründer der literarischen Fehde als Mittel der Auseinandersetzung. Ebenfalls aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammt das Satyricon des Petronius Arbiter, in dem die Abenteuer zweier exemplarischer Vertreter der damaligen Gesellschaft geschildert werden. Der berühmteste Teil des nur als Fragment erhaltenen Textes ist das Gastmahl des Trimalchio, bei dem sich der Gastgeber vergeblich müht, aus einer obszönen Unterhaltung ein Gespräch über Philosophie und Literatur zu entwickeln. Um die Satire als spezifisch römische Literaturform zu charakterisieren, formulierte Quintilian den Satz „satura tota nostra est” („Die Satire ist ganz unser”; oder aber: „In der Satire sind wir allen anderen überlegen”).