Satire
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Satire
3. Mittelalter

Viele Formen der mittelalterlichen Literatur waren satirisch geprägt: das Fabliau, die Tierfabeln sowie die Traum-Allegorien vom Typ des Roman de la rose (Rosenroman) aus dem 13. Jahrhundert. In der französischen Allegorie zielt die Satire vornehmlich auf Frauen, Geistliche, Betrüger und die Vertreter einzelner Berufe bzw. Stände. Der englische Autor Geoffrey Chaucer vereinte im 14. Jahrhundert in den Canterbury Tales (Canterbury-Erzählungen) viele zeitgenössische Satireformen, darunter auch die im gesamten Mittelalter bedeutende Ständesatire. Sie richtete sich gegen die typischen Vertreter von Geistlichkeit, Adel und Bürgertum und fand im deutschen Sprachraum u. a. durch Heinrich von Melk und Hugo von Trimberg Verbreitung. Weitere Satiriker des deutschen Mittelalters waren Neidhart und Heinrich Wittenweiler; zum satirischen Forum avancierte das Fastnachtsspiel.