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| 1. | Einleitung |
Gustave Flaubert (1821-1880), französischer Schriftsteller. Sein Werk zählt zur Weltliteratur und markiert die Anfänge der Prosakunst der Moderne.
Flaubert wurde am 12. Dezember 1821 als zweiter Sohn eines angesehenen Chirurgen in Rouen (Normandie) geboren. Sein Leben verlief äußerst ereignisarm. Bereits in früher Jugend schrieb er Erzählungen, die trotz ihrer unreifen Drastik Interesse verdienen. Von 1840 bis 1843 studierte Flaubert in Paris Jura, musste das Studium jedoch wegen einer Nervenkrankheit abbrechen. In der Folgezeit lebte er sehr zurückgezogen, seit 1846 auf seinem Landgut in Croisset bei Rouen, und widmete sich fast ausschließlich der Schriftstellerei. 1846 lernte er seine mehrjährige Geliebte Louise Colet (1810-1876) kennen, seinerzeit eine angesehene Literatin. Von 1849 bis 1851 bereiste er mit seinem Freund Maxime du Camp Ägypten, den Nahen Osten und Griechenland. Ende der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts unternahm Flaubert eine Reise nach Tunesien, um Eindrücke für seinen Roman Salammbô zu sammeln. 1872 begann er nach umfangreichen Studien auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten mit der Arbeit an dem in vielerlei Hinsicht einzigartigen und ungewöhnlichen Roman Bouvard et Pécuchet (1881, Bouvard und Pécuchet). Er starb am 8. Mai 1880 in Croisset.
Nicht weniger bemerkenswert als Flauberts erzählerisches Werk sind die posthum unter dem Titel Correspondance (4 Bde., 1887-1893) veröffentlichten Briefe. Zu seinen zahlreichen Briefpartnern gehörten u. a. Victor Hugo, Iwan Turgenjew, George Sand und Guy de Maupassant, den er überhaupt erst zum Schreiben ermunterte. Von Jean-Paul Sartre erschien mit Der Idiot der Familie (5 Bde., 1977-1980) eine monumentale Psychobiographie. 1984 setzte Julian Barnes dem Autor mit dem Roman Flauberts Papagei über die Suche nach dem legendären Vogel, der Flauberts Schreibzimmer bewohnte, ein literarisches Denkmal.