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Tezcatlipoca

Tezcatlipoca, auch Yaotl (der Krieger), in der toltekischen und aztekischen Mythologie und Religion ursprünglich Symbol des Nachthimmels, des Mondes und der Sterne, später dann Schöpfer- bzw. Kriegsgott.

Der Gegenspieler des Quetzalcaotl wurde zunächst mit den Kräften der Zerstörung und des Bösen in Verbindung gebracht. Als Kriegsgott herrschte er über jene Anstalten, die aztekische Jünglinge militärisch schulten. Tezcatlipoca galt aber auch als Beschützer der Sklaven und bestrafte jeden, der sie misshandelte. Er wurde als Zauberer und Meister der Schwarzen Magie angesehen – und deshalb gewöhnlich mit einem gelb-schwarzen Streifen dargestellt, der quer über das Gesicht verlief. Andere Darstellungen zeigen ihn mit einem Spiegel vor den Füßen oder der Stirn, in dem er angeblich alle Taten und Gedanken der Menschen sehen konnte. Weitere Attribute sind Wurfspeer, Lanze und Schild. Der zentralmexikanische Tezcatlipoca-Kult war mit Menschenopfern verbunden: Der ausgewählte junge Gefangene durfte offenbar ein Jahr lang ein ausgelassenes Leben führen, bevor er am Jahresende getötet wurde. Im fünften Ritualmonat (Toxcatl) musste er die Stufen eines Tempels hinaufsteigen; danach wurde ihm sein Herz herausgeschnitten.