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| 1. | Einleitung |
Möwen, Familie Gewässer bewohnender Vögel mit 43 Arten. Möwen haben lange Flügel und Schwimmhäute an den Füßen, sie sind die bekanntesten Küstenvögel. Viele Arten nisten oder suchen ihre Nahrung im Binnenland; andere Arten wie die Silbermöwe sind vorwiegend Küstenvögel. Dreizehenmöwen leben außerhalb der Brutzeit fast ausschließlich auf dem Meer. Möwen sind in der ganzen Welt verbreitet, nur in tropischen Wüsten und Regenwäldern, auf den Pazifischen Inseln und im größten Teil der Antarktis kommen sie nicht vor. Manche Möwen sind Zugvögel.
| 2. | Merkmale |
Möwen können, gemessen vom Schnabel bis zum Schwanz, 27 bis 80 Zentimeter lang werden. Sie zeichnen sich durch einen gekrümmten Schnabel aus. Außer bei der völlig weißen Elfenbeinmöwe ist die Oberseite der Möwen blassgrau bis schwarz, die Unterseite weiß bis grau. In der Brutzeit tragen viele Arten eine schwarze, graue oder dunkelbraune Haube. Viele Arten mit grauen Flügeln haben schwarze oder dunkelgraue Flügelspitzen, oft mit weißen Punkten. Die Geschlechter unterscheiden sich in ihrer Färbung nicht; die Jungvögel tragen ein braun oder grau gesprenkeltes Gefieder, wobei es (bei größeren Arten) bis zu vier Jahre dauern kann, bis sie im Verlauf jährlicher Mauser endgültig die Färbung des erwachsenen Vogels annehmen.
Möwen sind an eine vielseitige Lebensweise adaptiert, bestimmte Spezialisierungen fehlen ihnen. Beispielsweise können sie schnell hoch aufsteigen und wendig fliegen, aber sie können Aufwinde nicht so effektiv nutzen wie Albatrosse, und sie können nicht so schnell fliegen wie Falken. Möwen ernähren sich auf verschiedenste Weise. Sie holen sich Fische aus dem Wasser, durchstöbern Abfallhaufen, rauben Nester aus oder gehen auf Insektenjagd. Sie folgen Pflügen, um Regenwürmer zu finden, und Schiffen, um an Schiffsabfälle zu gelangen. Muscheln lassen sie aus geeigneter Höhe auf den Boden fallen, so dass die Schalen aufbrechen. Im flachen Wasser rudern sie mit ihren Füßen, um Lebewesen aufzuscheuchen.
| 3. | Lebenszyklen |
Möwen brüten in Kolonien – zumeist an Stränden, in Sumpfgebieten oder an Flussufern, wo sie auf dem Boden einfache, niedrige, mit Gras ausgekleidete Nester bauen. Mehrere Arten, etwa die Dreizehenmöwen, nisten auf Felsvorsprüngen. Das Gelege besteht aus zwei oder drei grünlich braun gesprenkelten Eiern, die 20 bis 30 Tage lang bebrütet werden. Die Jungvögel schlüpfen mit einem Daunenkleid und offenen Augen. Sie können stehen, müssen aber von ihren Elternvögeln gefüttert und gewärmt werden. Die Altvögel teilen sich das Brüten, die Brutpflege und das Füttern der Jungen (durch Hervorwürgen der Nahrung), die vier bis sechs Wochen nach dem Schlüpfen flügge werden. In Gefangenschaft haben Möwen nachweislich 40 Jahre, in Freiheit 36 Jahre gelebt.
| 4. | Verhalten |
Revierverteidigung, Paarbildung, Eltern-Kind-Kontakte und andere Aktivitäten der Möwen sind Teil des ausgeprägten Kommunikationsverhaltens der Möwen, zu dem bestimmte Körperhaltungen, Bewegungen und Rufe gehören, die zum Teil recht komplex sind. Beispielsweise werden bei der Balz Drohgebärden gezeigt, die aber eine andere Reihenfolge aufweisen, so dass diese offensichtlich eine andere Bedeutung erhalten. In Experimenten hat man nachgewiesen, dass sich Möwen einander mit Hilfe dieses Kommunikationsverhaltens individuell erkennen. Möwenpaare bleiben oft lange zusammen.
Größere Möwen können kleinere Möwenarten und Seeschwalben aus ihren Brutrevieren vertreiben. Zum Teil fressen sie sogar deren Eier und Jungvögel. Flughäfen (und die Müllhalden, die sich in manchen Ländern in deren Nähe befinden), ziehen Möwen in großer Zahl an. Dabei kann es leicht zu Zusammenstößen mit Flugzeugen kommen – ein bisher nicht gelöstes Problem. In manchen Gegenden sind Möweneier Teil der menschlichen Nahrung.
| 5. | Systematische Einordnung |
Möwen bilden die Familie Laridae der Ordnung Charadriiformes.