| Donau | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 4. | Umweltsituation |
Seit den achtziger Jahren führt der Bau des Gabčíkovo-Staudammes in der südlichen Slowakei immer wieder zu politischen Spannungen zwischen Ungarn und der Slowakei. Der Staudamm war ursprünglich ein gemeinsames Projekt der Tschechoslowakei, Ungarns und Österreichs. Unter dem politischen Druck von Umweltschutzverbänden und anderen Gruppen zogen sich Österreich und Ungarn von dem Projekt zurück. Die Slowakei beendete den Bau des Staudammes trotz Protesten der ungarischen Regierung, die eine Neufestlegung der Grenze zwischen den beiden Staaten unter Berücksichtigung der Verlegung des Flusslaufes forderte.
In Österreich wurde 1996 ein Staatsvertrag zur Errichtung eines Nationalparks Donau-Auen geschlossen. Damit wird Europas größte Flussauenlandschaft zwischen Wien und der slowakischen Grenze unter Schutz gestellt. Den im Juli 1999 veröffentlichten Ergebnissen einer ökologischen Studie zufolge ist die Auenlandschaft an der Donau in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Ab Januar 2000 kam es im Mittel- und Unterlauf der Donau zu einem drastischen Rückgang der Fischbestände. Aus dem Auffangbecken einer Goldmine im Nordwesten Rumäniens waren große Mengen mit an Cyaniden reichen Laugen ausgetreten und direkt in die Theiß gelangt; ein wesentlicher Teil dieser Fracht wurde in die Donau eingetragen. Im Juni 2000 verpflichteten sich die Regierungen von Bulgarien, Rumänien, Moldawien und der Ukraine in einer Deklaration zum Schutz der Feuchtgebiete entlang dem Unterlauf der Donau.
Bei der Hochwasserkatastrophe im August 2002 kam es auch in Überschwemmungsgebieten der Donau zu schweren Schäden. So erreichte die Donau in Passau einen Pegel von fast elf Metern, die Altstadt der „Dreiflüssestadt” wurde überflutet. Auch in den anderen von der Donau durchflossenen Staaten Mittel- und Osteuropas richteten Überflutungen schwere Schäden an. Stellenweise sehr hohe Pegelstände erreichte der Fluss auch im August 2005 sowie im April 2006, als vor allem in Rumänien und Bulgarien weite Landstriche überflutet wurden.