Internationaler Währungsfonds
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Internationaler Währungsfonds
3. Geschichte

Am 1. März 1947 nahm der IWF seine Arbeit auf. Ursprünglich zielte er darauf ab, die Wechselkursschwankungen zwischen Mitgliedsländern auf eine Bandbreite von einem Prozent um die festgelegte Parität zu begrenzen. Diese war ausgedrückt in US-Dollar und damit an das Gold gebunden; 25 Prozent der Subskription (Anteil am Fonds) eines Mitglieds mussten in Gold gezahlt werden. Die erste große politische Veränderung waren die Allgemeinen Kreditvereinbarungen (AKV), auf die man sich im Jahr 1962 einigte. Das Treffen des IWF 1967 in Rio de Janeiro führte zur Schaffung der Sonderziehungsrechte (SZR) als standardisierte internationale Rechnungseinheit. Es war geplant, die Sonderziehungsrechte zur Reserve des internationalen Währungssystems auszubauen.

1971 wurde das Paritätssystem des IWF neu verhandelt. Es wurde eine zehnprozentige Abwertung des Dollars zugelassen sowie eine Vergrößerung der Bandbreite auf 2,25 Prozent. Der scharfe Anstieg der Ölpreise nach 1973 belastete die Zahlungsbilanzen der Mitgliedsländer sehr und führte effektiv zum Ende des Abkommens von Bretton Woods. Eine Überprüfung des Abkommens 1976 beendet die Rolle des Goldes als Basis für den IWF und beschleunigte die Abschaffung der Goldwährung.

Von 1982 an widmete der IWF einen großen Teil seiner Ressourcen der Lösung der weltweiten Schuldenkrise, die durch übermäßige Kreditaufnahmen der Entwickungsländer entstanden war. Er stand verschuldeten Mitgliedern bei der Ausarbeitung von Programmen zur wirtschaftlichen Entwicklung und durch die Gewährung und Vermittlung großer Kredite bei. Bei Großkrediten macht der IWF dem Kreditnehmer wirtschafts- und währungspolitische Auflagen bis hin zur Formulierung der Wirtschaftspolitik.

Der Zusammenbruch der kommunistischen Systeme in Osteuropa und der in diesen Ländern unternommene Versuch, die vormaligen Planwirtschaften an die Bedingungen des internationalen Wirtschaftssystem anzupassen, stellte den Internationalen Währungsfonds Ende der achtziger Jahre vor neue Aufgaben. Eine Reihe neuer Fonds wurde aufgelegt, die allein dem Ziel dienen, die Wirtschaften Zentral- und Osteuropas in das System des internationalen Kapitalismus zu integrieren.

Die Wechselkursfestsetzung gehört heute nicht mehr zu den Aufgaben des Internationalen Währungsfonds, sie regelt sich heute beinahe ausschließlich über die Währungsmärkte. Heute sieht der IWF seine wichtigste Rolle in der Unterstützung der Entwicklungswirtschaften. Er arbeitet dabei eng mit der Weltbank zusammen.

Der IWF war nach dem 2. Weltkrieg von den USA mit dem Ziel geschaffen worden, den Volkswirtschaften der Alliierten und vormaligen Kriegsgegner währungspolitisch auf die Beine zu helfen und zugleich die dominierende Rolle des Dollar in der Weltwirtschaft festzuschreiben. Mit dem ökonomischen Wiedererstarken dieser Länder wurde der IWF mehr und mehr ein Instrument, mit dem die führenden westlichen Industriestaaten Einfluss auf Drittländer nehmen konnten. Dies betraf einerseits das Wirtschaftssystem, andererseits die Teilnahme an der Weltwirtschaft, die in einigen Fällen nur durch massive Kreditierung aufrecht erhalten werden konnte. Hinter der latenten Zahlungsunfähigkeit vieler Entwicklungsländer steht jedoch deren generelle Unfähigkeit, auf dem Weltmarkt gegen die führenden Industrieländer konkurrieren zu können. Dennoch sollen die Entwicklungsländer in ihrer Rolle als nützliche Partner der führenden Industrienationen erhalten werden; dies schließt die Erhaltung ihrer Zahlungsfähigkeit ein. Der IWF hat bei der Erreichung dieses Ziels einen wichtigen Beitrag geleistet. Tatsache ist auch, dass seine Auflagen oft Härten für die Bevölkerung der kreditierten Staaten einschlossen.