Schmuck
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4. Griechischer und römischer Schmuck

Kunsthandwerker der minoischen Epoche fertigten, obwohl sie in Troja und auf Kreta an weit auseinanderliegenden Orten der Ägäis-Region arbeiteten, gleichgeartete Ohrringe, Armreifen und Halsketten an. Dieser Stil währte von 2500 bis etwa 500 v. Chr., dem Beginn der klassischen Epoche in der griechischen Kunst. Typisch waren Ketten und dünne Spiralen aus verkettetem und geflochtenem Draht sowie dünnes Blattmetall in Form von Blütenblättern und Rosetten. Prägung und Email kamen häufig vor. Auch Goldgranulierung und Filigran waren beliebte Techniken. Eingesetzte Steine gab es selten. Vorherrschende Motive waren Spiralen und naturalistische Muster auf der Basis von Tintenfischen, Seesternen und Schmetterlingen. Der in Mykene und auf Kreta gefundene Schmuck, der sich heute im Nationalmuseum in Athen befindet, enthält viele kleine Goldscheiben. Ebenso stieß man hier auf goldene Diademe aus langen ovalen Plättchen, die mit getriebenen Rosetten besetzt waren (siehe ägäische Kultur).

Griechischer Schmuck aus der archaischen Epoche, etruskischer und anderer italischer Schmuck aus der Zeit zwischen 700 und 500 v. Chr. war fast immer von ägyptischen und assyrischen Beispielen beeinflusst, die von phönizischen Kaufleuten eingeführt worden waren. Die Techniken ähnelten denen der vorangegangenen Epoche. Getriebene oder geprägte Metallbleche waren die wesentlichen Bestandteile der Schmuckherstellung. Auch das Verfahren der Granulierung wurde weiterhin verwendet und erreichte in Etrurien einen außergewöhnlichen Grad der Vollendung. Eine hübsche griechische Halskette von Rhodos aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. besteht aus sieben rechteckigen Goldplatten mit geflügelten Figuren in Reliefarbeit, die mit goldenen Kugeln eingefasst ist. Sie befindet sich im Britischen Museum (London).

In der griechischen Klassik (5. und 4. Jh. v. Chr.) verzichtete man auf die Granulierung. Stattdessen hatte Email eine Renaissance, und auch Filigran wurde sehr viel verwendet. Griechischer Schmuck aus der klassischen Epoche war fein und zierlich. Geflochtene goldene Halsketten mit Blumen und Troddeln sowie Ohrreifen mit Filigran-Scheiben und -rosetten wurden sehr beliebt. In der Epoche der hellenistischen Kunst dominierten Anhänger in Form von Vasen, geflügelte Viktorien, Amoretten und Tauben als Schmuckformen oder Motive. In dieser Zeit kamen auch große farbige Steine auf, insbesondere Granat, die in den Mittelpunkt des Schmuckstückes eingesetzt wurden. Die Römer entwickelten diese Schmuckform. Sie verarbeiteten auch andere Steine, die sie in Reihen anordneten und mit Perlen einfassten.

Emailarbeiten erfreuten sich großer Beliebtheit bei der römischen Schmuckherstellung. Die Kameekunst erreichte ihre Blütezeit. Eine modische Form des Schmucks war die Fibel, eine Spange, die einer Sicherheitsnadel glich. Ringe trug man in der Blütezeit des Römischen Reiches oft an allen zehn Fingern. Exotischer Schmuck aus Bernstein war ebenfalls begehrt. Gegen Ende des Römischen Reiches, d. h. vom 3. Jahrhundert n. Chr. an, bestanden Hals- und Armketten aus Goldmünzen, die auf kunstvolle Art in bogenförmigen Mustern angeordnet waren.