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| 7. | Mittelalterlicher Schmuck |
Nach dem Niedergang des Römischen Reiches blieben die Formen und Techniken der römischen Goldschmiedekunst erhalten. Volksstämme aus Osteuropa vereinten römische Traditionen wie Goldfiligran und Fibelform mit der byzantinischen Zellenschmelztradition. Die fibelförmige, nadelähnliche Broschenart bekam eine runde Form. Solche Broschen wurden in Frankreich und in Skandinavien gefunden. Halbringförmige Broschen mit einer Nadel waren in Irland und im keltischen Britannien weit verbreitet. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist die Tara-Brosche, zu sehen im National Museum, Dublin. Die häufigsten keltischen Motive waren stilisierte Tiere und sehr komplizierte Verschlingungen.
Ein wichtiges Verfahren bei der Herstellung von mittelalterlichem Schmuck war das Einfassen von Granatsplittern in Metallzellen wie beim Zellenschmelz. Hierzu zählen z. B. Schnallen und Spangen aus dem Schiffsgrab von Sutton Hoo in Suffolk, aus dem 7. Jahrhundert (heute im Britischen Museum) sowie eine mit Granat und Cabochon-Edelsteinen (rundgeschliffenen Edelsteinen) eingelegte Krone (Armería Real im Königspalast in Madrid), die dem westgotischen König Rekkeswind gehörte. Das berühmte Alfred-Juwel (9. Jahrhundert, Ashmolean Museum, Oxford) ist ein Beispiel für Zellenschmelz.
Ab dem 11. Jahrhundert galten Broschen weiterhin als meistvertretene Schmuckform. Sie waren meistens halbringförmig. Typisch für diese Epoche waren Ringe und getriebene oder emaillierte Anhänger in Form eines Kruzifixes oder mit einem anderen religiösen Motiv oder Anhänger, die eine heilige Reliquie enthielten. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden Halsketten und Gürtel oder an Haarnetzen befestigter und auf die Kleidung aufgenähter Schmuck immer mehr zu einem wesentlichen Bestandteil der Kleidung.