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| 3. | Nichtchemische Schädlingsbekämpfungsmittel |
Die Biotechnologie ermöglicht neue Formen der Schädlingsbekämpfung. Ein umstrittener Ansatz ist die „Herstellung” genmanipulierter Viren, die man auf die Nutzpflanzen aufsprüht und mit denen nur bestimmte Insekten oder deren Larven bekämpft werden. Die Viren gelten als ungefährlich für andere Arten und sollen sich selbst zerstören, wenn ihr Vernichtungseinsatz beendet ist. Zu den weiteren Verfahren zählt die synthetische Herstellung natürlicher Pheromone – mit diesen Stoffen locken Insektenweibchen Männchen an. Der Einsatz von Pheromonen in Insektenfallen (z. B. im Wald, um Borkenkäfer anzulocken) ist eine umweltfreundliche Methode der biologischen Schädlingsbekämpfung. Auch können winzige Nematoden auf Felder gesprüht werden. Sie werden von Schädlingen wie Nacktschnecken aufgenommen und zerstören deren Eingeweide.
Seit langem wird das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, z. B. gegen Schmetterlingsraupen wie die von Traubenwicklern (im Weinbau), Goldaftern, Frostspannern, Schwammspinnern und Nonnen (in Forsten und Parks); andere Varianten des Bakteriums bekämpfen die Larven von Kartoffelkäfern, Stechmücken und Kriebelmücken. Darüber hinaus wurden Hunderte weiterer Arten von Insekten, Nematoden, Pilzen, Protozoen, Bakterien und Viren, die Insekten oder Unkräuter befallen, auf ihre Eignung als selektive Schädlingsbekämpfungsmittel untersucht.
Eine mechanische Bekämpfungsmethode ist das in Gärten angewandte Jäten oder Unterhacken von Unkräutern, das in der Landwirtschaft längst mechanisiert wurde. Das Unterpflügen von Unkrautpflanzen, Samen oder Schadpilzen, die an Überresten der Nutzpflanzen hängen, kann ebenso wirksam sein wie chemische Schädlingsbekämpfung. Zur Wanderheuschreckenbekämpfung wurden elektrische Gitter entwickelt, die mit Hilfe eines Elektrogenerators aus einer Zwölfvoltbatterie mehrere tausend Volt erzeugen. Sie werden über befallene Felder geführt und töten die aufgeschreckten Insekten an den Gitterstäben. Auf gentechnologischem Weg versucht man, die Widerstandskraft der Nutzpflanzen gegenüber Krankheiten und Insektenbefall zu stärken, indem man bestimmte Resistenzgene einbaut. Integrierte Schädlingsbekämpfung ist ein System, das Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung, etwa den Einsatz von Mischkulturen, mit verringerten Pestizidmengen kombiniert.