Neuguinea
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Neuguinea
2. Land und Bodenschätze

Die Insel hat ungefähr die Form eines sitzenden Vogels; den westlichsten Teil bildet die Vogelkop-Halbinsel. Die maximale Breite Neuguineas beträgt von Nordwesten nach Südosten etwa 2 415 Kilometer, die maximale Nord-Süd-Länge etwa 690 Kilometer. Eine lange Gebirgskette mit teilweise vergletscherten Gipfeln und heute erloschenen Vulkanen durchzieht Neuguinea etwa in der Mitte von Nordwesten nach Südosten; südlich davon liegt eine Ebene mit weiten Sumpfgebieten, nördlich davon eine hügelige Gegend mit einigen weiteren, jedoch deutlich niedrigeren Gebirgen (nur bis knapp über 2 000 Meter) sowie im Ostteil ebenfalls Sumpfland. Der höchste Berg ist der Puncak Jaya mit 5 030 Meter Höhe. Wichtige Flüsse sind der Sepik im Nordosten, der Fly im Südosten, der Digul im Südwesten und der Mamberamo im Nordosten.

Die Küstenregion ist ein sumpfiges Schwemmland mit üppigen Mangrovenbeständen. Das Innere der Insel ist überwiegend von dichtem Regenwald bedeckt, in dem verschiedenste tropische Gehölze wachsen, die auch wirtschaftliche Bedeutung besitzen, darunter Ebenholz (Diospyros ebenum), Sandelholz (Santalum-Arten) und Kampferbäume (Cinnamomum camphora) sowie unzähligen Orchideenarten. Im Hochland finden sich Wälder mit Südbuchen (siehe Buchengewächse), Eichen, Kiefern und Rhododendren. Typische Tiere Neuguineas sind die Kasuare und die kletternden Baumkängurus (Dendrolagus). Die Ebenen im Inneren sind fruchtbar, doch sind sie wegen der fehlenden Infrastruktur bisher kaum erschlossen. Dort gibt es außerdem größere Vorkommen an Gold, Silber, Platin und Kupfer sowie Erdöl- und Erdgaslager. Diese werden erst in jüngster Zeit ausgebeutet, teilweise mit verheerenden Umweltschäden. So wurden größere Flächen an Regenwald abgeholzt, was sich in starker Zunahme der Erosion und durch Bodenverlust bemerkbar macht (siehe Entwaldung).

Neuguinea, das unmittelbar südlich des Äquators liegt, hat ein tropisches Klima. Die jährliche Niederschlagsmenge schwankt je nach Gegend zwischen 760 und 5 840 Millimetern. Die Tierwelt gleicht der australischen. Es gibt nur wenige Arten von Säugetieren, aber eine große Vielfalt an herrlichen bunten Vögeln, vor allem an Paradiesvögeln. Die Ebenen und Sumpfgebiete an der Küste sind ideale Brutgebiete für Stechmücken, die potentielle Überträger der Malaria sind.