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Kurt Jooss

Kurt Jooss (1901-1979), deutscher Choreograph, Tänzer, Tanzpädagoge und Mitbegründer der Folkwang-Schule. Er schuf eine Synthese von klassischem Ballett und Modern Dance.

Jooss wurde am 12. Januar 1901 in Wasseralfingen geboren und lernte nach einem Studium am Hochschulinstitut für Musik in Stuttgart bei dem ungarischen Choreographen und Tanztheoretiker Rudolf von Laban. Er wurde dessen Assistent, bevor er 1924 mit seiner späteren Frau, der estnischen Tänzerin Aiono Siimola, die Neue Tanzbühne in Münster aufbaute. Als Ballettmeister an der Essener Oper gründete er 1927 die Folkwang-Schule und 1928 sein Folkwang-Tanztheater-Studio, das später als Teil der Essener Oper in Folkwang-Tanzbühne umbenannt wurde. 1932 erhielt seine Compagnie beim Choreographischen Wettbewerb des Internationalen Tanzarchivs in Paris den ersten Preis für sein berühmtestes Werk, Der grüne Tisch (Musik: Friedrich Cohen). Darin werden die Schrecken des 1. Weltkrieges und das törichte Geschwätz der Diplomaten am grünen Tisch als „Totentanz in acht Bildern” mit den subjektiven Mitteln des Ausdruckstanzes vorgeführt.

1933 verließ er Deutschland und hielt sich vier Jahre in England auf, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Nach Aufenthalten in der Schweiz, den Niederlanden und den USA kehrte er erst 1949 nach Essen zurück, um seine Schule wieder zu eröffnen, danach arbeitete er als Ballettmeister in Düsseldorf. Zu seinen bekanntesten Schülerinnen zählte Pina Bausch. Auch nachdem er sich 1968 zur Ruhe gesetzt hatte, überwachte er weiter die Neuaufführungen seiner Ballette. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören Seven Heroes (1933), Juventud (1948, Jugend) oder Colombinade (1951). Jooss starb am 22. Mai 1979 in Heilbronn.