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| 2. | Italienische Renaissance |
| 1. | Plastik der Frührenaissance |
Die Entwicklung der italienischen Renaissancekunst im frühen 15. Jahrhundert vollzog sich zunächst auf dem Gebiet der Plastik. Filippo Brunelleschi, der als Goldschmied begann, beteiligte sich 1402 am Wettbewerb um die zweite Bronzetür des Baptisteriums in Florenz. Er entdeckte die Zentralperspektive und war der erste bedeutende Baumeister der Renaissance, der den Bau der Kuppel des Florentiner Domes leitete (1436 abgeschlossen).
Lorenzo Ghiberti wurde durch seine Reliefdarstellungen auf den Bronzetüren des Florentiner Baptisteriums bekannt. Michelangelo prägte für das zweite Türenpaar mit Szenen aus dem Alten Testament die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Paradiestüren.
Donato di Niccolò di Betto Bardi, genannt Donatello, gehörte nicht nur wegen seiner realistischen Bronzefiguren zu den einflussreichsten Künstlern der Renaissance. Mit seinem plastischen Stil, der schulbildend wirkte, beeinflusste er besonders die Malerei. Zu seinen wichtigsten Werken zählt die Bronzestatue des David (um 1430 bis 1435, Bargello, Florenz), ein Bildnis des biblischen Helden, zu dessen Füßen der Kopf des besiegten Goliath liegt. Die beinahe lebensgroße Skulptur war die erste Akt- und Freiplastik seit der Antike. Weitere bedeutende Werke von Donatello sind sein nach antikem Vorbild gestaltetes Reiterdenkmal des Gattamelata in Padua (1447-1453) und die Sängertribüne aus Marmor (Cantoria, um 1443-1448, Museo dell’Opera del Duomo, Florenz) für den Dom, die mit Putten geschmückt ist, einem in der Kunst der Frührenaissance häufig wiederkehrenden Dekorationsmotiv.
| 2. | Malerei der Frührenaissance |
Masaccio gilt mit seinem naturalistischen Malstil und der Anwendung der Perspektive als Begründer der Malerei der Frührenaissance. Sein Freskenzyklus (um 1427) in der Brancacci-Kapelle von Santa Maria del Carmine in Florenz, auf dem Szenen aus dem Leben des heiligen Petrus zu sehen sind, belegt besonders eindrucksvoll seinen neuartigen Darstellungsstil. In der berühmtesten Szene, Der Zinsgroschen, verlieh Masaccio den Darstellungen Jesu Christi und der Apostel eine zuvor nicht gekannte Plastizität und Individualität. An diesen Fresken orientierten sich spätere Künstler wie Michelangelo, der Masaccios Figuren kopierte. Mit seinem Dreifaltigkeitsfresko (um 1425, Santa Maria Novella, Florenz) erzeugte Masaccio durch die Anwendung der Zentralperspektive erstmals den räumlichen Eindruck einer Kapelle auf einer Wandfläche.
Auch Paolo Uccello, ein Meister der plastischen Malerei, war fasziniert vom gestalterischen Potential der Perspektive. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die drei Tafelgemälde Schlacht von San Romano (Uffizien, Florenz; National Gallery, London; Louvre, Paris), die er um 1456 für den Palast der Medici in Florenz anfertigte und auf denen die Figuren perspektivisch verkürzt erscheinen. Sein Grabgemälde des Condottiere Giovanni Acuto (Sir John Hawkwood, 1436, Dom, Florenz) erweckt den Eindruck eines dreidimensionalen bronzenen Reiterstandbildes.
Ein weiterer Meister dieser Zeit war der Dominikanermönch Fra Angelico, der anmutige Personendarstellung mit transparenten Farben verband. Er schuf nur religiöse Werke und führte zwischen 1436 und 1445 zahlreiche Fresken im Kloster San Marco von Florenz aus. Pisanello, der für kleinere Fürstenhöfe wie den der Gonzaga in Mantua und der Este in Ferrara arbeitete, stammte aus Verona. Einen Namen machte er sich neben seinen die Wirklichkeit scharf erfassenden Zeichnungen mit seinen zahlreichen Bildnismedaillen aus Bronze, die bei seinen adeligen Auftraggebern sehr begehrt waren.
Als Begründer der Renaissancemalerei in Venedig, das in Konkurrenz zu Florenz stand, gilt Jacopo Bellini. Von seinen Werken, von denen sich teilweise Zeichnungen erhalten haben, sind die meisten zerstört. Auch seine beiden Söhne Gentile und Giovanni Bellini waren bedeutende Maler.
Der Maler Piero della Francesca, der theoretische Werke über Perspektive und Mathematik verfasste, stellte die Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst her. Sein monumentalstes Werk ist der Freskenzyklus Legende des heiligen Kreuzes (um 1453 bis 1454) im Chor von San Francesco in Arezzo. Er entdeckte den Luftton in der Malerei und schuf dadurch eine neue Einheit des Bildraumes. Im Alter gab er die Malerei auf und widmete sich nur noch seiner theoretischen Arbeit.
Die Kunst des Humanisten, Gelehrten und Universalkünstlers Leon Battista Albertis bildet in vielfacher Hinsicht eine Art Summe der künstlerischen Bestrebungen der Frührenaissance. Nachdem seine Familie aus Florenz verbannt worden war, erhielt er seine Ausbildung in Norditalien. Zu seinen herausragenden architektonischen Werken gehören die Fassade von Santa Maria Novella in Florenz (fertig gestellt 1470) und zwei Kirchen in Mantua, darunter Sant’Andrea (fertig gestellt 1494) mit seiner bis in den Barock wirkenden Längsausrichtung. Bedeutender als seine meisterhaften baulichen Entwürfe, von denen nur wenige zur Ausführung gelangten, waren jedoch seine theoretischen Schriften über Malerei, Bildhauerei und Baukunst der Antike und Renaissance, durch die die neuen Ideen über Italien hinaus Verbreitung fanden. Sein dreibändiges Werk Della Pittura (1436) über die Malerei widmete er Brunelleschi, Ghiberti, Donatello, Lucca della Robbia und Masaccio.
| 3. | Die zweite Künstlergeneration |
In den folgenden Jahrzehnten wurden die für die Renaissancekunst typischen Neuerungen wie perspektivische und Landschaftsdarstellung, neue Figurenauffassung und minutiös geplante Bildkompositionen weiterentwickelt und verfeinert. In Florenz beschäftigten sich Künstler wie Antonio Pollaiuolo und Andrea del Verrocchio anhand von Studien am lebenden Modell mit der komplizierten Anatomie des Menschen. Sie fanden ihren Niederschlag in Bildern wie Pollaiuolos Martyrium des heiligen Sebastian (1475, National Gallery, London). Darüber hinaus schuf dieser die Bronzegrabmäler für Papst Sixtus IV. (1484-1493) und Innozenz VIII. (1493-1497) in der Gruft der Peterskirche in Rom. Die Studien Pollaiuolos und Verrocchios wurden später von Leonardo da Vinci aufgegriffen, dem berühmtesten Schüler Verrocchios, dessen wissenschaftliche Forschungen neben seinen künstlerischen Werken zu den bedeutendsten Errungenschaften der Renaissance gehören.
Die führenden Maler der zweiten Generation in Norditalien waren Andrea Mantegna aus Padua und Giovanni Bellini aus Venedig. Mantegna, der vorübergehend in Verona und Rom arbeitete, verbrachte die meiste Zeit seiner Laufbahn im Dienst der in Mantua herrschenden Familie Gonzaga. Zu seinen Meisterleistungen gehören die Fresken der Camera degli Sposi (1465-1474) im Palazzo Ducale, bei denen er durch Anwendung der Trompe-l’œil-Technik die Illusion eines weiten Raumes erweckte.
Mantegnas strenger Stil beeinflusste durch seine kraftvollen Entwürfe, reiche Formgebung und kühne Perspektive besonders die Kunst seines Schwagers Giovanni Bellini, der fast ausschließlich in Venedig tätig war und seinerseits auf eine Reihe bedeutender Schüler einwirkte, darunter Sebastiano del Piombo, Giorgione und Tizian. Das leuchtende Kolorit wurde zu einem der charakteristischen Merkmale der venezianischen Malerei, im Gegensatz zum Prinzip der Zeichnung (disegno), das in der florentinischen Malerei dominierte. Zu den herausragenden Werken Bellinis gehört das Altarbild von San Giobbe (1488, Accademia, Venedig). Typisch für seinen späten Stil sind leuchtende Farben, weiche Konturen und Figuren, die wie stumme Schauspieler wirken, umgeben von einem atmosphärischen Raum.
Ein weiterer führender Vertreter der zweiten Generation der italienischen Frührenaissance war Sandro Botticelli, der für die Fürstenfamilie der Medici in Florenz und den Vatikan in Rom arbeitete. Zu den bekanntesten seiner dekorativ-lyrischen Werke zählen Die Geburt der Venus (1482) und Primavera (Der Frühling, um 1478), beide in den Florentiner Uffizien.
| 4. | Künstler der Hochrenaissance |
Den Beginn der italienischen Hochrenaissance markierte die Rückkehr Leonardo da Vincis aus Mailand nach Florenz im Jahr 1500. Dort traf er mit dem jungen Michelangelo zusammen, der gerade an seiner Statue des David arbeitete (1501-1504, Accademia, Florenz). Diese Skulptur setzte bildnerische Maßstäbe und wurde bald zum Wahrzeichen der Stadt Florenz. Michelangelo stellte David darin kurz vor seinem Zusammentreffen mit Goliath dar, wie er in Gelassenheit vor dem Betrachter steht. Dieser Ausdruck erinnert an die Apostel Leonardo da Vincis in seinem Abendmahl (1495-1497, Santa Maria delle Grazie, Mailand), auf dem der Künstler den Augenblick der Ankündigung des Verrats darstellte. In der Hochrenaissance beschränkten sich die Künstler auf das Wesentliche, nebensächliche Details fielen weg, damit die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Hauptmotiv gelenkt wurde. Der künstlerische Aspekt trat damit gleichberechtigt neben den Inhalt.
Später begann sich das Zentrum der Kunst nach Rom an den Hof von Papst Julius II. zu verlagern, wo die führenden Künstler der Hochrenaissance die ehrgeizigen Projekte des Papstes realisierten. Der herausragende Architekt dieser Zeit war Donato Bramante, der aus Umbrien stammte und seine Laufbahn als Maler im Stil Piero della Francescas begann. In Rom schuf er Bauwerke wie den Tempietto (1502), einen klassischen Rundtempel in Miniaturform im Hof von San Pietro in Montorio, und eine Reihe von Privatpalästen. Als Krönung seines Werkes gilt der Entwurf eines Zentralbaus (um 1506) für die geplante Neuerrichtung des Petersdomes. Er beeinflusste Baumeister wie Baldassarre Peruzzi aus Siena, der für die Familie Chigi die Villa Farnesina (1509-1511) in Rom errichtete, die schönste Villa des frühen 16. Jahrhunderts.
Auch den ebenfalls aus Umbrien stammenden Raffael zog es 1508 nach Rom, wo er bis zu seinem Tod 1520 arbeitete. Der Schüler von Perugino studierte in Florenz, als auch Michelangelo und Leonardo dort tätig waren, und war maßgeblich an der Formulierung der künstlerischen Sprache der Hochrenaissance beteiligt. Raffael avancierte zum führenden Maler der Stadt und unterhielt eine große Werkstatt mit zahlreichen Gehilfen. Er schuf u. a. die Fresken in den Stanzen (1508-1517) des Vatikan. Die beiden herausragenden Szenen, die inhaltlich aufeinander Bezug nehmen, finden sich in der Stanza della Segnatura: Die Disputà, eine umfassende Darstellung des Sakraments der Eucharistie, steht stellvertretend für die christliche Theologie. Die andere Seite des Raumes zeigt die Schule von Athen, die die klassische Philosophie thematisiert. Sie verrät eine meisterhafte Beherrschung der Zentralperspektive, wobei der Fluchtpunkt hinter Platon und Aristoteles in der Mitte des Bildes liegt. Viele Figuren sind Darstellungen zeitgenössischer Künstler. Als Anregung könnten die Fresken der Sixtinischen Kapelle gewirkt haben, an denen Michelangelo etwa zur gleichen Zeit arbeitete.
Hauptmerkmale des poetischen Malstils von Giorgione, der trotz seines kurzen Lebens von fundamentalem Einfluss auf die venezianische Malerei war, sind weiche Konturen, kräftige Farben und häufig rätselhafte Themen. Sein bekanntestes Bild, Das Gewitter (um 1505, Accademia, Venedig), mischt profane mit religiösen Themen und hatte die Funktion eines privaten Andachtsbildes für gebildete Kreise.
Tizian, ein Schüler Bellinis und früher Anhänger Giorgiones, war der bedeutendste Vertreter der venezianischen Hochrenaissance. Zu seinen bedeutendsten Frühwerken zählen Himmlische und irdische Liebe (um 1515, Galleria Borghese, Rom), eine allegorische Szene, in der die (bekleidet dargestellte) himmlische und die (nackte) irdische Liebe einander gegenübersitzen, sowie das Altarbild Himmelfahrt Mariä (1516-1518, Santa Maria dei Frari, Venedig), in dem warme Farbtöne wie Rot und Goldgelb vorherrschen. Darin schwebt Maria über den Aposteln und bewegt sich auf Gottvater zu, der am oberen Bildrand erscheint. Seine meisterhafte Behandlung klassischer mythologischer Themen demonstrieren Bilder wie Bacchus und Ariadne (1520-1523, National Gallery, London) oder Venusfest (1518-1519, Prado, Madrid), die beide als Auftragsarbeiten für den Herzog von Ferrara entstanden.
Darüber hinaus schuf Tizian zahlreiche Auftragswerke für Kaiser Karl V., der ihn zum spanischen Hofmaler ernannte, darunter mehrere Bildnisse, wie das Reiterporträt Karl V. zu Pferd in der Schlacht bei Mühlberg (1548, Prado, Madrid), das für etwa zwei Jahrhunderte im Bereich der staatlich-repräsentativen Porträtmalerei neue Maßstäbe setzte. Noch im hohen Alter malte Tizian in einem Stil, der durch Farbreichtum, monumentale Figuren und idealisierte Landschaften gekennzeichnet ist. Ein repräsentatives Beispiel für diesen Spätstil ist das Bild Dornenkrönung Christi (um 1570, Alte Pinakothek, München), in dem sich die Formen in ein Gewirr aus reinem Licht, Farbe und Pigmenten aufzulösen scheinen.
Correggio war ein weiterer einflussreicher Maler der Hoch- bzw. Spätrenaissance. Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Parma, wo er sich 1518 niederließ. Dort schuf er u. a. Freskenzyklen für den Dom und die Kirche San Giovanni Evangelista (zerstört). Seine Bilder, die Stileinflüsse Michelangelos, Raffaels, Tizians und Leonardos spiegeln, zeichnen sich durch großes Geschick in der perspektivischen Verkürzung und manieristische Zurückweisung der klassischen Ausgewogenheit aus.
| 5. | Manierismus |
Um 1520 begann sich in der italienischen Malerei mit dem Manierismus ein Stil durchzusetzen, der durch überlange, gedrehte Figuren mit stilisierten Bewegungen und unklare räumliche Beziehung zum Hintergrund gekennzeichnet war. Einer der frühen Vertreter des Florentiner Manierismus war Pontormo, dessen Malerei auf sorgfältiger Zeichnung beruhte und blasse, unwirkliche Farben und in die Länge gezogene Formen aufwies. Eines der bedeutendsten Werke Pontormos ist die Kreuzabnahme Christi (1526) in der Kirche Santa Felicità in Florenz.
Ein weiterer Florentiner Künstler war Rosso Fiorentino, der sich stilistisch mit Pontormo vergleichen lässt. Im Gegensatz zu diesem unternahm er jedoch ausgedehnte Reisen, bevor er seine Laufbahn als Hofmaler Franz I. in Frankreich beschloss, und trug so maßgeblich zur Verbreitung des italienischen Manierismus im Ausland bei. Die Figuren in seiner Kreuzabnahme Christi (1521, Pinacoteca Comunale, Volterra) sind weniger gedrängt als bei Pontormo, wirken jedoch komplexer.
Ab etwa 1520 setzte als Reaktion auf den monumentalen Klassizismus der Hochrenaissance eine Gegenbewegung ein, die sich an nordeuropäischer Kunst, insbesondere an der hoch geschätzten deutschen Druckgraphik, orientierte. Der individualistische Stil Rossos und Pontormos begann sich zunehmend durchzusetzen. In der Zeit ab etwa 1530, also im Zug der Nachwirkungen der Plünderung Roms 1527, bis zum Ende des 16. Jahrhunderts verlief die Entwicklung der italienischen Kunst weniger einheitlich. Diese als Manierismus oder Spätrenaissance bezeichnete Phase brachte in allen Bereichen der Kunst herausragende Persönlichkeiten hervor.
Andrea Palladio aus Vicenza, der auch in Venedig und Umgebung tätig war, war einer der bedeutendsten Architekten der Zeit, der jedoch weit über diese hinaus seinen Einfluss entfaltete. Zu seinen wichtigsten Bauten gehören die Villen, die er in Venetien errichtete. Von besonderem Reiz ist seine Villa Rotonda (1567-1551), bei Vicenza ein auf einer Anhöhe errichtetes Gebäude mit Kuppel, dem an allen vier Seiten ein sechssäuliger Portikus vorgelagert ist. Der Bau war maßgeblich für die Herausbildung des Palladianismus, der u. a. die Baukunst des 18. Jahrhunderts in England und seinen Kolonien in Nordamerika prägte.
Der Architekt Jacopo Sansovino war bereits einige Jahrzehnte vor Palladio in Venedig tätig. Er erhielt eine Ausbildung als Bildhauer in Florenz und machte sich mit der Marmorstatue des Bacchus (um 1514, Bargello) einen Namen. Sansovinos Libreria Vecchia (Alte Bibliothek, 1536-1588) an der Piazzetta San Marco in Venedig gehört zu den bedeutendsten Renaissancegebäuden ihrer Art. Das Pendant dazu bilden die Uffizien in Florenz (1560-1580), die der Architekt Giorgio Vasari als Verwaltungsgebäude für die Familie Medici entwarf. Mit seiner Schrift Lebensbeschreibungen der berühmtesten italienischen Architekten, Maler und Bildhauer (1550, erweitert 1568, deutsch 1904-1916) verfasste er eines der wichtigsten Quellenwerke zur italienischen Renaissance.
Benvenuto Cellini, einer der führenden Bildhauer und Goldschmiede der Spätrenaissance, beschrieb sein abenteuerliches Leben in seiner zwischen 1538 und 1562 entstandenen Autobiographie, die 1803 in der Übersetzung Goethes auf Deutsch erschien. Sein berühmtestes Werk ist das Bronzestandbild Perseus mit dem Haupt der Medusa (1545-1554, Loggia dei Lanzi, Florenz), dessen nackter, im Kontrapost dargestellter Held das blutige Haupt der ihm zu Füßen liegenden Medusa in die Höhe hält.
Das Werk Giambolognas, eines flämischen Bildhauers und Architekten, der sich später in Italien niederließ, weist ebenfalls typische Merkmale des Manierismus auf. Seine Skulpturengruppe Raub der Sabinerinnen (1583), die in der Nähe von Cellinis Perseus in der Loggia dei Lanzi aufgestellt ist, besteht aus drei nackten, ineinander verschlungenen Figuren, die sich spiralförmig nach oben winden.
Bronzino, ein Schüler Pontormos, der große Wertschätzung bei den Medici genoss, war der herausragende Porträtist des Manierismus. In seinem Werk tritt das Naturstudium zugunsten höchster Künstlichkeit zurück. So drängt in seinem Bild Eleonora von Toledo und ihr Sohn Giovanni (um 1545, Uffizien, Florenz) die Überfülle des Kostüms der darauf dargestellten Gattin Cosimos de Medici die anderen Figuren buchstäblich in den Hintergrund.
Der bedeutendste Vertreter des venezianischen Manierismus war Tintoretto, der Tizians reiche Farbpalette mit der kraftvollen Linienführung Michelangelos kombinierte. Seine Faszination von optischen Effekten, dramatischen Verkürzungen und ungewöhnlichen Kompositionen sowie sein virtuoser Umgang mit Lichteffekten treten besonders in den 56 großen Gemälden (1564-1587) zutage, die er für die Scuola di San Rocco in Venedig ausführte.