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| 4. | Anzahl der Infizierten |
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) korrigierte im November 2007 auf der Basis eines verbesserten Erfassungssystems ihre Schätzungen der Zahlen Infizierter im Vergleich zu früheren Angaben deutlich nach unten. Für 1991 ermittelte die WHO rund zehn Millionen Infizierte, fünf Jahre später hatte sich die Zahl der Infizierten bereits auf etwa 20 Millionen verdoppelt. Ende 2007 gab es etwa 33,2 Millionen Infizierte (Mittelwert der Hochrechnungen; die tatsächliche Zahl der Infizierten lag sehr wahrscheinlich zwischen 30,6 und 36,1 Millionen. Die Schätzung nach dem alten Erfassungssystem gab als Mittelwert noch knapp 40 Millionen an). Die Zahl der Neuinfektionen ist seit dem Ende der neunziger Jahre, als mit jährlich mehr als drei Millionen Neuinfizierten der Höhepunkt erreicht wurde, rückläufig: Sie wurde für 2007 mit 2,5 Millionen (1,8 bis 4,1 Millionen) beziffert, 2,1 Millionen (1,9 bis 2,4 Millionen) starben 2007 an AIDS.
Mehr als zwei Drittel aller HIV-Infizierten, etwa drei Viertel aller HIV-infizierten Frauen und fast 90 Prozent aller infizierten Kinder leben südlich der Sahara. Die Zahl der Infizierten in den Ländern südlich der Sahara wurde für 2007 mit 22,5 (20,9 bis 24,3) Millionen angegeben. Die weltweit am schlimmsten von HIV-Infektionen betroffene Region ist das südliche Afrika, wo 2007 rund 35 Prozent aller HIV-Infizierten lebten und wo sich 32 Prozent aller durch AIDS bedingten Todesfälle ereigneten. Südafrika ist das Land mit den meisten HIV-Infizierten (2007: 32 Prozent aller Neuinfizierten und AIDS-Toten); 29 Prozent aller Schwangeren, die hier 2006 eine Schwangerenberatung aufsuchten, waren HIV-positiv. Noch höhere Infektionsraten bei Schwangeren wurden 2006 in Botswana (30 Prozent) und Swasiland (39 Prozent) registriert.
In West- und Zentraleuropa lebten 2007 rund 760 000 HIV-Infizierte, in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts etwa 59 000 (darunter 34 500 homosexuelle Männer). Die Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland wurde für 2007 mit 2 752 angegeben, davon betreffen 2 285 Fälle Männer; die Zahl der jährlich gemeldeten Neuinfektionen, die sich um den Jahrhundertwechsel bei rund 2 000 eingependelt hatte, ist seither – zumindest teilweise aufgrund von Verbesserungen hinsichtlich Erkennung und Meldung – deutlich gestiegen. Die Zahl derjenigen Infizierten, bei denen die Krankheit 2007 ausbrach, wurde für Deutschland auf etwa 1 100 geschätzt, etwa 9 500 lebten hier 2007 mit einer AIDS-Erkrankung und ungefähr 650 starben an AIDS. Bis Ende 2007 waren in Deutschland etwa 33 800 Menschen an AIDS gestorben.