Prostitution
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Prostitution
2. Prostitution in vorindustriellen Gesellschaften

Im Altertum und der Antike gab es die Tempelprostitution, die mit dem Kult der Astarte, der Ischtar und der Aphrodite verbunden war. Die weiblichen Prostituierten, so genannte Kurtisanen, waren oft begabte Tänzerinnen, Sängerinnen, Komponistinnen und Dichterinnen. Sie waren sehr gebildet, und es war ihnen der Zugang zu den schönen Künsten erlaubt, der anderen Frauen verwehrt wurde. Man glaubte, dass sexueller Verkehr mit Tempelprostituierten eine Vereinigung mit den Göttinnen ermöglichte.

Im alten Rom war die Prostitution trotz starker gesetzlicher Einschränkungen weit verbreitet. Sklavinnen, die die römischen Heere in fremden Ländern gefangen genommen hatten, wurden in städtische Bordelle gebracht oder dienten als Prostituierte in Privathäusern. Meretrices (Prostituierte) wurden amtlich registriert. Sie hatten blonde Perücken oder andere auffällige Kleidung zu tragen, verloren alle bürgerlichen Rechte und mussten hohe Steuern zahlen.

Im Spätmittelalter gab es in ganz Europa zahlreiche Bordelle. Im 16. Jahrhundert ging die Prostitution in Europa stark zurück, da sie sowohl von protestantischer als auch von katholischer Seite verurteilt wurde. Auch durch die Verbreitung der bis dahin unbekannten Geschlechtskrankheit Syphilis verringerte sich im 16. Jahrhundert die Prostitution in Europa. 1635 wurden in Paris und anderen europäischen Städten Bordelle geschlossen. Die Prostituierten wurden ohne formelles Verfahren geschlagen, kahlgeschoren und auf Lebenszeit ausgebürgert.