| Muscheln | Artikelansicht | ||||
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| 2. | Körperbau |
Die typische Muschelschale ist aus einem Paar Schalenklappen zusammengesetzt, die im Rücken durch ein flexibles Ligament scharnierartig verbunden sind; ein oder zwei Schließmuskeln an den Innenseiten der Schalenhälften ziehen diese zusammen. Die Schale ist aus einer äußeren Chitinschicht aufgebaut, einer mittleren Lage aus Calcit oder Aragonit und einer inneren Auskleidung, die bei manchen Arten aus Perlmutt besteht. Im Inneren der Schale umfasst der aus zwei Gewebelappen zusammengesetzte so genannte Mantel die Muschel und bildet um den Körper herum die geräumige Mantelhöhle. Ausscheidungen des Mantels formen die Schale.
An einem Ende der Mantelhöhle liegt eine Mundöffnung. Ebenfalls an diesem Ende befindet sich ein Fuß, mit dem die Muschel sich fortbewegt. Der Fuß kann Sekretfäden absondern, Byssus genannt, mit dem das Tier sich an den Untergrund, beispielsweise an Gestein, festheften kann. Am hinteren Körperabschnitt liegen Ein- und Ausströmöffnungen für das Wasser; häufig sind sie zu Röhren verlängert, die als Siphone bezeichnet werden. In der Mantelhöhle liegen die Kiemen; sie nehmen nicht nur Sauerstoff auf, sondern filtern aus dem Atemwasser auch Nahrungspartikel, die von Wimpern zur Mundöffnung gestrudelt werden. Muscheln haben ein Verdauungssystem, einen offenen Blutkreislauf, Fortpflanzungs- und Ausscheidungsorgane und ein einfaches Nervensystem. Die Sinnesleistungen von Muscheln sind nur wenig entwickelt: Muscheln können Gerüche wahrnehmen und haben einen Gleichgewichtssinn; Kamm-Muscheln besitzen außerdem zahlreiche primitive Augen am Mantelrand, mit denen sie Helligkeitsunterschiede erkennen.
Der Körperbau vieler Muscheln weicht von diesem allgemeinen Schema ab. Bei Austern beispielsweise verbindet sich im Lauf ihrer Entwicklung eine Schalenhälfte dauerhaft mit dem Substrat, auf dem die Auster lebt, und ihr Fuß wird zurückgebildet. Kamm-Muscheln bewegen sich schwimmend von der Stelle, indem sie ihre Schalenhälften schnell schließen. Manche Muscheln bohren sich tief in Sand oder Schlick. Die Schalen der Bohrmuscheln sind so verändert, dass sie wie eine Raspel wirken, mit deren Hilfe die Muscheln sich in Stein oder Holz bohren können.