| Präkolumbische Kunst und Architektur | Artikelansicht | ||||
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| 4. | Kulturelle Merkmale |
Die präkolumbischen Kulturen waren landwirtschaftlich strukturiert. In Mittelamerika bildete Mais das Hauptnahrungsmittel, in der Andenregion von Peru und Bolivien dagegen die Kartoffel. Bis zur relativen Säkularisierung der postklassischen Periode war die Religion ein wichtiger Pfeiler des staatlichen und sozialen Lebens. Im Zentrum der kultischen Rituale und Zeremonien stand die Bitte um eine gute Ernte. Auch ein Großteil der präkolumbischen Kunst und Architektur stand im Dienst des landwirtschaftlichen Fruchtbarkeitszyklus und bediente sich dabei astronomischer Funktionen, mit deren Hilfe u. a. die günstigste Zeit für Pflanzung und Ernte bestimmt werden sollten.
Zu dieser Zeit entstanden zwei Siedlungstypen: das reine Kultzentrum, bestehend aus religiösen Bauten und Verwaltungsgebäuden, die sich um riesige Platzanlagen gruppierten. Hier gab es keine normalen Wohnhäuser oder Straßen. Vermutlich lebten dort nur die religiösen und weltlichen Herrscher und deren Höfe, während die Bevölkerungsmehrheit in umliegenden Dörfern wohnte. Diese Wohnstädte besaßen Straßen sowie Tempel und Verwaltungsbauten, die um Plätze herum angeordnet waren.