Italien
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Italien
3. Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Italiens beträgt rund 58,1 Millionen (2008). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 198 Einwohnern pro Quadratkilometer (2008). Die höchsten Werte werden im Norden des Landes verzeichnet. Hier sind die Geburtenraten zwar niedriger als in den südlichen Landesteilen, jedoch hält der Zuzug aus dem Süden in den stärker industrialisierten Norden an. Die bevorzugte Region für Zuwanderer aus dem Süden ist dabei das so genannte Industriedreieck Mailand-Turin-Genua. Das jährliche Wachstum der Bevölkerung in Italien beträgt etwa -0,02 Prozent (2008). Die mittlere Lebenserwartung liegt für Frauen bei 83,2 Jahren, für Männer bei 77,1 Jahren (2008). Die hohen Auswanderungsraten aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts sind stark zurückgegangen. Demgegenüber stieg die Zahl der Rückwanderer an. Mittlerweile besteht ein Gleichgewicht bei den Zahlen der Aus- und Rückwanderer.

Nach einer groben Gliederung kann man das Land in den stärker industrialisierten Norden (das Gebiet von der nördlichen Landesgrenze bis Rom) und den vor allem agrarisch strukturierten, ländlichen Süden (Mezzogiorno) unterteilen. Im Norden liegt die Mehrzahl der größeren Städte; hier leben rund zwei Drittel der Bevölkerung Italiens. Allerdings sind auch in Norditalien einige Gebiete, wie z. B. in den Alpen, nur sehr dünn besiedelt. Mittlerweile wohnen etwa 68 Prozent der italienischen Bevölkerung in Städten. Bis in die späten achtziger Jahre hinein stieg der Urbanisierungsgrad stark an, stagnierte jedoch in den neunziger Jahren.

1. Wichtige Städte

Die größte Stadt und zugleich Hauptstadt Italiens ist Rom mit 2,71 Millionen Einwohnern (2007), ein kulturelles wie auch überragendes touristisches Zentrum. Weitere bedeutende Städte sind das Industrie- und Finanzzentrum Mailand (1,30 Millionen), Neapel (975 000), mit einem der am stärksten frequentierten Häfen Italiens, die Industriestadt Turin (900 569), Palermo (666 552), Hauptstadt und wichtigste Hafenstadt Siziliens, Genua (615 686), die führende Hafenstadt Italiens, das Handelszentrum Bologna (373 026), das überragende kulturelle Zentrum Florenz (365 966), Bari (325 052), Catania (301 564) und Venedig (268 934).

2. Sprache

Amtssprache des Landes ist Italienisch, regionale Amtssprachen für anerkannte Minderheiten sind Deutsch in Südtirol, Französisch im Aostatal und Slowenisch in Friaul-Julisch-Venetien. Auf Sardinien sind Katalanisch und Sardisch verbreitet. Minderheitensprachen in Süditalien sind Kroatisch und Griechisch. Die im Süden der Provinz Trentino-Alto Adige ansässigen Ladiner sprechen Ladinisch, eine der rätoromanischen Sprachen.

3. Religion

Etwa 90 Prozent der Italiener sind Anhänger des römisch-katholischen Glaubens, der bis 1984 Staatsreligion war. Die Verfassung garantiert nun Religionsfreiheit. Zum Protestantismus bekennen sich etwa 50 000 Einwohner, zum Judentum rund 35 000. Die in Italien lebenden Muslime sind meist Bosnier, die während des Bosnisch-Kroatisch-Serbischen Krieges hierherkamen.

3.1. Feiertage

Am 6. Januar wird Epiphanias, das Dreikönigsfest, gefeiert, an dem die Weihnachtshexe Befana die Menschen besucht. Befana ist der Überlieferung zufolge eine alte freundliche Hexe, die die Heiligen Drei Könige nicht begleiten konnte, und die seitdem nach dem Jesuskind sucht. In vielen Teilen Italiens wird an den Tagen, die der Fastenzeit unmittelbar vorausgehen, mit Umzügen und Kostümfesten der Carnevale gefeiert. Der Tag der Befreiung am 25. April erinnert an die Befreiung Italiens im 2. Weltkrieg. Am 15. August begehen die Italiener den Feiertag Mariä Himmelfahrt. An diesem Tag beginnt auch Ferragosto, d. h. die Ferien, in denen alle großen Unternehmen schließen. An Allerheiligen (1. November) gedenken die Italiener aller katholischen Heiligen. Einen Tag später, am 2. November, folgt Allerseelen (Il Giorno dei Morti). Am 6. Dezember feiern die Italiener das Fest des heiligen Nikolaus (Festa di San Nicola). Der heilige Nikolaus ist u. a. der Schutzpatron der Schiffer und Kinder. Auf ihn geht auch der von uns gefeierte Nikolaus zurück, der in Italien unter dem Namen Babbo Natale (Weihnachtsmann) bekannt ist. Der 8. Dezember ist der Tag der Unbefleckten Empfängnis.

4. Soziales

Ein staatliches Gesundheitswesen wurde 1980 in der Absicht eingeführt, allen Bürgern freie medizinische Versorgung zu gewähren. Die Sozialversicherung, überwiegend von den Arbeitgebern getragen, versorgt auch Behinderte und Alte sowie Staatspensionäre, Bauern, arbeitslose Landarbeiter und Lehrlinge.

Große soziale Unterschiede bestehen zwischen dem wirtschaftlich geprägten Norditalien und dem eher landwirtschaftlichen Süden.