Elisabeth I. (von England)
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Elisabeth I. (von England)
2. Frühe Jahre und Aufstieg zur Königin

Elisabeth wurde am 7. September 1533 in London geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit abseits vom Hofe und erhielt eine exzellente klassische Ausbildung; ihre Lehrer waren hochrangige Gelehrte wie z. B. Roger Ascham, der großen Einfluss auf sie ausübte. Heinrichs sechste Frau, Catherine Parr, fasste Zuneigung zur jungen Elisabeth und brachte sie zurück an den Hof. Nach dem Tod ihres Vaters 1547 blieb Elisabeth in Catherines Obhut und hielt sich nach der Krönung ihres Bruders Eduard zum König von England völlig aus den Intrigen um Macht und Einfluss heraus. Als Eduard VI., ein überzeugter Anhänger des Protestantisums, 1553 starb, unterstützte Elisabeth ihre Halbschwester Maria gegen den Thronanspruch von Lady Jane Grey. Maria, eine gläubige Katholikin, fühlte sich vom Protestantismus und der potentiellen Anwartschaft Elisabeths auf den Thron jedoch bedroht und ließ Elisabeth deshalb 1554 unter der falschen Anschuldigung, sich an einer Verschwörung beteiligt zu haben, ins Gefängnis stecken. Als sich Elisabeth dann offen zum Katholizismus bekannte, fand sie wieder Gnade bei ihrer Schwester Maria und wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nach dem Tod Marias im Jahre 1558 wurde Elisabeth Königin von England. Bei ihrer Thronbesteigung war England von konfessionellen Machtkämpfen zerrissen, die Wirtschaft des Landes war schwer angeschlagen – nicht zuletzt wegen des unheilvollen Krieges mit Frankreich. All diese Schwierigkeiten konnte Elisabeth dank ihrer Intelligenz, ihres Scharfsinns sowie ihres diplomatischen Geschicks, das sie schon unter der Herrschaft ihres Bruders Eduard und ihrer Schwester Maria erfolgreich hatte erproben können, überwinden. Elisabeth galt als äußerst eitel und kapriziös; aber ihre Pflichten als Monarchin standen immer im Mittelpunkt ihres Lebens. Mit ihrer Politik ebenso wie mit ihrer schillernden Persönlichkeit machte sich Elisabeth bei ihren Untertanen sehr beliebt. Elisabeths politisches Talent zeigte sich zum großen Teil auch in der Wahl ihrer Berater, fähiger und intelligenter Männer wie etwa Sir Francis Walsingham und William Cecil Burghley.

Eines der größten Probleme, das sich der neuen Königin nach ihrer Thronbesteigung stellte, war die konfessionelle Spaltung des Landes. Gleich nach dem Tode ihrer Schwester Maria konvertierte Elisabeth wieder zum Protestantismus. 1559 waren in ihrem ersten Parlament die Protestanten in der Mehrheit. Zwischen 1559 und 1563 verabschiedete dieses Parlament eine Reihe von Gesetzen, die zur doktrinären Grundlage der anglikanischen Kirche (Church of England) wurden. Mit dem Elisabethanischen Kompromiss wurde die Church of England 1559 wieder zur Staatskirche, Elisabeth wurde zum Oberhaupt der von Rom unabhängigen anglikanischen Kirche. Im Interesse einer innenpolitischen Konsolidierung suchte Elisabeth zunächst den Ausgleich mit den Katholiken; die Spannungen zwischen anglikanischer und katholischer Kirche in England verschärften sich erst nach der Flucht Maria Stuarts nach England 1568 und der Exkommunizierung Elisabeths durch den Papst 1570 wieder.