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Direktorium

Direktorium, Exekutive der Französischen Republik, eingeführt 1795 nach dem Sturz Robespierres gemäß der vom Nationalkonvent verkündeten Verfassung. Das Direktorium bestand aus fünf Mitgliedern, die von beiden Kammern der Legislative gewählt wurden, und war von Oktober 1795 bis November 1799 oberste Regierungsbehörde der Französischen Republik. Jeder Direktor war drei Monate lang Staatsoberhaupt, ein Direktor wurde jedes Jahr ausgewechselt. Mitglieder des Direktoriums waren u. a. der Vicomte de Barras, Lazare Carnot, Joseph Fouché und Graf Emmanuel Sieyès. Infolge von Unfähigkeit und Korruption innerhalb des Direktoriums verschlechterte sich die finanzielle Lage der Regierung dermaßen, dass es Anfang 1796 zum Staatsbankrott kam. Das Direktorium versuchte daraufhin, die Staatsfinanzen durch militärische Eroberungen im Ausland wieder aufzubessern. Dazu ernannte es Napoleon Bonaparte (später Napoleon I.), der das Direktorium bereits früher unterstützt hatte, zum Oberbefehlshaber des französischen Heeres in Italien. Napoleon konnte eine Reihe von Siegen erringen, die seiner Macht und seinem Ansehen zugutekamen, während gleichzeitig das Direktorium in der Heimat an Einfluss verlor. 1799 schwächten eine Reihe von Niederlagen im Ausland und die wachsende Opposition gegen die Revolution das Direktorium derart, dass Napoleon am 9. November ohne große Gegenwehr die Macht übernehmen konnte. Dieser Sturz des Direktoriums ging als Staatsstreich vom 18. Brumaire des Jahres VIII (nach der 1792 eingeführten republikanischen Zeitrechnung) in die Geschichte ein.