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| 2. | Parteilaufbahn |
1894 wurde Ebert zum Vorsitzenden der Bremer SPD gewählt. Ab 1900 war Ebert in der Bremer Bürgerschaft vertreten und führte hier die SPD-Fraktion; zugleich brachte ihm sein gewerkschaftliches Engagement den (besoldeten) Posten eines Arbeitersekretärs ein. 1904 präsidierte er dem in Bremen tagenden Parteitag der SPD und wurde damit reichsweit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
1905 wurde Ebert zum Sekretär des zentralen Parteivorstandes der SPD und damit (als jüngstes Mitglied) in den Parteivorstand gewählt und siedelte nach Berlin über. Ebert profilierte sich innerhalb seiner Partei weniger als Theoretiker denn als Mann des Ausgleichs, der stets eine enge Zusammenarbeit zwischen SPD und Gewerkschaften befürwortete und einen pragmatischen Kurs vertrat. 1908 wurde er Leiter der von der SPD und den Gewerkschaften getragenen „Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands” und übernahm damit auch eine wichtige Funktion in der sozialistischen Jugendbewegung.
1912 wurde Ebert – nach drei vergeblichen Anläufen – in den Reichstag gewählt, in dem die SPD nun erstmals die stärkste Fraktion stellte, und 1913, nach dem Tod August Bebels, zum Vorsitzenden der Partei neben Hugo Haase. Nach dem Rücktritt Haases aus dem Partei- und dem Fraktionsvorsitz war Ebert ab 1915 alleiniger Parteivorsitzender und wurde zudem 1916 neben Philipp Scheidemann Vorsitzender der SPD-Reichstagsfraktion. Durch die Vereinigung beider Führungsämter in seiner Person verfügte Ebert nun über erheblichen Einfluss in seiner Partei und entwickelte sich zum richtungweisenden Mann innerhalb der SPD.