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Triest, Hafenstadt in Italien, Hauptstadt der Provinz Triest und der Region Friaul-Julisch-Venetien, am Golf von Triest, im äußersten Nordosten der Adriaküste. Triest verfügt über einen ausgezeichneten Hafen. Er ist Terminal der TAL (Transalpinen Ölleitung). Die Hauptindustriezweige sind Schiffbau, Erdölraffinierung, Eisen- und Stahl- sowie Textilindustrie, Maschinenbau und Nahrungsmittel verarbeitende Industrie. Der alte Teil der Stadt liegt auf den unteren Hängen des Hügels San Giusto, der moderne Teil befindet sich gegenüber des Hafens. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören ein römisches Amphitheater und die Basilica di San Giusto aus dem 5. Jahrhundert. Die Stadt ist Sitz einer Universität (1938) und eines Forschungsinstituts für Physik (1979).
Caesar erhob Triest im 1. Jahrhundert v. Chr. zur römischen Colonia. Nach dem Ende des Weströmischen Reiches fiel die Stadt unter ostgotische Herrschaft, im 6. Jahrhundert kam sie an das Byzantinische Reich. Während des 8. Jahrhunderts regierten für kurze Zeit die Langobarden aus dem nördlichen Italien über die Stadt, danach die Karolinger. 1382 kam die Stadt mit ihrem Umland an Österreich, zu dem es bis 1918 gehörte. Eine Ausnahme bildeten die Jahre 1797, 1805 und 1809, als die Stadt von französischen Truppen besetzt war, bzw. 1809 bis 1814, als sie zu Illyrien gehörte. 1719 errichtete Kaiser Karl VI. in Triest einen Freihafen. Die Stadt wurde 1867 mit dem Umland zu einem eigenständigen Kronland zusammengefasst. 1891 entzog die österreichische Regierung der Stadt ihre Privilegien als Freihafen und führte stattdessen eine Freihandelszone ein. Triest erlebte im 19. und frühen 20. Jahrhundert als einziger Seehafen Österreichs und natürlicher Ausgangshafen zu den mitteleuropäischen Staaten eine Blütezeit. Im 1. Weltkrieg eroberten 1918 italienische Truppen Triest. 1919 wurde die Stadt, in der seit langem die italienische Sprache verbreitet war und die italienische Kultur einen Höhepunkt erlebte, Teil Italiens. Dies entsprach den im Frieden von Saint-Germain-en-Laye von den Alliierten und Österreich ausgehandelten Bedingungen. Die Freihandelszone wurde zwar aufrechterhalten, doch das Verschiffungswesen verlor unter italienischer Herrschaft an Bedeutung, da die politischen Beziehungen zu Mitteleuropa abgebrochen worden waren. Der Aufschwung der Industrie hielt jedoch an. Im 2. Weltkrieg wurde Triest im Mai 1945 von jugoslawischen Truppen besetzt. Gemäß eines Friedensvertrags, den Italien nach Kriegsende 1947 unterzeichnete, wurde aus Triest und seinem Umland ein Freistaat unter der Aufsicht der UN (United Nations: Vereinte Nationen). Das Territorium wurde in Zone A (mit der Stadt Triest) unter der Besatzung der Alliierten und in Zone B unter jugoslawischer Besatzung aufgeteilt. Gemäß eines von Italien und Jugoslawien 1954 unterzeichneten Abkommens kam der Großteil der Zone A mit Triest wieder in italienischen Besitz. 1975 regelte ein Vertrag zwischen Italien und Jugoslawien den Fortbestand der Freihandelszone. Der Rest des Territoriums blieb ein Teil Jugoslawiens. 1991 fiel dieses Gebiet an Slowenien, als die Republik ihre Unabhängigkeit erklärte. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 205 000 (2007).