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Mohngewächse, Familie von Blütenpflanzen mit etwa 250 Arten, die in der gemäßigten Zone der nördlichen Hemisphäre vorkommen.
Zu den Mohngewächsen gehören überwiegend krautige Arten und einige wenige Sträucher. Mohngewächse kommen in unterschiedlichen Lebensräumen vor, meist jedoch in offenen, relativ trockenen Gebieten. Dies erklärt, warum viele Vertreter der Familie, besonders aber der einjährige Klatschmohn, in Getreidefeldern als Unkraut auftreten.
Die Mohngewächse zeichnen sich in der Regel durch fiederschnittige Blätter aus, die meist in einer Grundblattrosette angeordnet sind. Die Blüten besitzen zwei Kelchblätter und zumeist vier Kronblätter. Die Kelchblätter stellen zwei klappenartige Gebilde dar, die beim Öffnen der Blütenknospen abfallen. Die Blüten weisen mindestens sechs Staubblätter auf, die Zahl kann aber auch viel größer sein. Der Fruchtknoten ist oberständig (steht über den anderen Teilen der Blüte) und entwickelt sich bei der Reife zu einer rundlichen oder länglichen Kapsel, die sich mit Poren oder Spalten öffnet.
Zur namengebenden Gattung Mohn werden, je nachdem ob man manche Formen als Arten einstuft, etwa 50 bis 100 Arten gerechnet. Viele davon sind beliebte Zierpflanzen, insbesondere der Orientalische Mohn, von dem es zahlreiche Sorten in verschiedenen Farbtönen (rot, orange, rosa) und Blütenformen (ungefüllt, gefüllt, gefranst) gibt. Die wirtschaftlich wichtigste Art ist der Schlafmohn, der nicht nur das suchterzeugende Opium, sondern auch mehrere nützliche Produkte liefert. In den sich mit Poren öffnenden Kapseln der Pflanze werden große Mengen sehr kleiner, nierenförmiger, blauschwarzer Samen gebildet, die 40 bis 50 Prozent Öl enthalten. Sie werden u. a. beim Backen verwendet; gepresst liefern sie ein hellgelbliches, rasch trocknendes Öl, das Mohnöl, das als Nahrungs- und Futtermittel, aber auch als Grundlage für Malerfarben dient. Opium ist der getrocknete Milchsaft des Schlafmohnes, den man durch Anritzen der noch unreifen Samenkapseln gewinnt. Er enthält mehrere Alkaloide, darunter Morphin und Codein, die medizinisch genutzt werden. Heroin wird synthetisch durch Umsetzung von Morphin mit Essigsäure zum Diacetylmorphin hergestellt. Das bei weitem wichtigste Anbauland für Schlafmohn ist Afghanistan, dessen Opiumernte 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 2 000 Tonnen auf 6 100 Tonnen zunahm, was mehr als 90 Prozent der weltweiten Produktion entspricht.
Die Mohngewächse gehören zur Ordnung der Mohnartigen, die noch eine zweite Pflanzenfamilie, die Erdrauchgewächse, umfasst. Kennzeichnend für die Pflanzen dieser Ordnung ist ihr alkaloidreicher Pflanzensaft. Bei den Erdrauchgewächsen ist er klar und wässrig, bei den Mohngewächsen milchig.
Systematische Einordnung: Mohngewächse bilden die Familie Papaveraceae der Ordnung Papaverales. Die Gattung Mohn trägt den botanischen Namen Papaver. Der Klatschmohn wird wissenschaftlich als Papaver rhoeas bezeichnet, der Orientalische Mohn als Papaver orientale, der Schlafmohn als Papaver somniferum.