Geld
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4. Währungssysteme

Das gesetzliche Zahlungsmittel eines Landes bezeichnet man als Währung. Man unterscheidet zwischen gebundenen und freien Währungen. Die gebundenen Währungen sind an bestimmte Metalle gebunden; beim Monometallismus an ein einziges Metall (Goldwährungen, Silberwährungen), beim Bimetallismus an zwei Metalle. Die wichtigsten Goldwährungen sind die Goldumlaufswährung, die Goldkernwährung und die Golddevisenwährung. Bei der Goldumlaufswährung fungieren Goldmünzen als das einzige Zahlungsmittel. Der Wert der Münzen stimmt mit dem Wert des in ihnen enthaltenen Goldes überein. Goldmünzen waren im Deutschen Reich zwischen dem 27. Juni 1907 und dem 31. Mai 1909 die einzigen gesetzlichen Zahlungsmittel. Da jedoch gleichzeitig auch Banknoten umliefen, handelte es sich nicht um eine Goldumlaufswährung im engeren Sinne. Bei der Goldkernwährung sind Geld- und Goldmenge nicht mehr identisch. Neben den Goldmünzen besteht Papiergeld, das jederzeit gegen Gold einlösbar ist. Das Papiergeldvolumen muss nur zu einem bestimmten Teil durch Goldreserven gedeckt sein. Das Deckungsverhältnis ist staatlich vorgeschrieben, z. B. 4:1. Das Austauschverhältnis zwischen Papiergeld und Gold ist durch die Goldparität festgelegt. Bei der Golddevisenwährung werden die Noten durch Gold und Golddevisen gedeckt. Golddevisen sind Zahlungsanweisungen in einer anderen Währung, die bei den ausländischen Notenbanken in Gold eingelöst werden können.

Heute sind weltweit freie Währungen vorherrschend. Freie Währungen sind nicht an einen bestimmten Metallwert gebunden. Die Zentralnotenbank, innerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion die Europäische Zentralbank, bestimmt weitgehend die Geldmenge (Bar- und Buchgeld). Die heutige Eurowährung ist eine freie Währung in Form einer manipulierten Papierwährung. Der Euro löste 2002 als Bargeld in der Bundesrepublik die bis dahin bestehende D-Mark-Währung ab, nachdem der Euro bereits 1999 als Buchgeld eingeführt wurde. Die Einführung des Euro stellt innerhalb des seit Jahrzehnten andauernden europäischen Integrationsprozesses einen Höhepunkt dar. Als Währung gilt der Euro in 15 europäischen Staaten. Dazu gehören die EU-Mitgliedsländer Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien sowie Monaco, San Marino und der Vatikan, die ebenfalls Euro herausgeben. Das Euro-Bargeld gibt es in Form von Banknoten und Münzen. Die Banknoten sind zu 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro erhältlich. Die Münzen gibt es zu 1 Eurocent, 2 Eurocent, 5 Eurocent, 10 Eurocent, 20 Eurocent, 50 Eurocent, 1 Euro und 2 Euro. Während die Banknoten europaweit einheitlich gestaltet sind, trifft das bei den Münzen nur auf die Vorderseiten zu. Die Rückseiten sind mit nationalen Motiven gestaltet.