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Rotangpalme, zwei Gattungen kletternder Palmen, die überwiegend in den tropischen Wäldern Südostasiens heimisch sind. Die eine Gattung mit dem wissenschaftlichen Namen Calamus umfasst etwa 340 Arten, die zweite mit dem Namen Daemonorops hat ungefähr 115 Arten. Der seilartige Spross der Rotangpalme ist lang und über die ganze Länge etwa gleich dick, der Durchmesser beträgt etwa zwei bis fünf Zentimeter. Er kann bis zu 200 Meter lang werden. Sein äußerer Teil ist äußerst hart und widerstandsfähig, der innere Teil ist weicher und ein wenig porös. Die Rotangpalmen – der Name leitet sich aus dem malaiischen Wort rotan für diese Pflanzen ab – werden als „Rattan” (englisch rattan cane) vielfältig genutzt. Dazu wird der Spross an der Basis der Pflanze gekappt und von den anderen Pflanzen, die die kletternde Palme stützen, abgezogen. Anschließend entfernt man die Blätter und die kräftigen Geißeln, mit denen sich die Pflanzen beim Klettern festhaken (sie werden aus den umgebildeten Mittelrippen der Blätter gebildet), entfernt und der Spross für den Transport in kürzere Stücke geschnitten. Für Spazierstöcke und Rohrmöbel verwendet man die inneren Sprossabschnitte, Peddigrohr oder Rattan genannt; für Flechtwerk in Korbmöbeln und Stühlen sowie für Matten, Körbe, Schnüre und Kordeln wird die in schmalen Streifen abgeschälte Rindenschicht des Sprosses benützt, die man als Wickelrohr oder Stuhlflechtrohr bezeichnet. Malacca-Spazierstöcke werden ebenfalls aus einer Art der Rotangpalmen hergestellt.
Systematische Einordnung: Rotangpalmen gehören zu den Gattungen Calamus und Daemonorops aus der Familie Palmae (oder Arecaceae). Die bekannteste, als Rattan verwendete Art trägt den Namen Calamus rotang. Daneben benützt man jedoch auch noch weitere Arten für die gleichen Zwecke. Malacca-Spazierstöcke werden aus dem Holz der Palmenart mit dem wissenschaftlichen Namen Calamus scipionum gemacht.