Kunst
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Kunst
1. Einleitung

Kunst (von althochdeutsch kunst: Wissen, Fertigkeit), im weitesten Sinn jede auf Können oder Wissen basierende Tätigkeit (Fechtkunst, Kochkunst); im engeren Sinn Bezeichnung für alles vom Menschen Geschaffene, das über seine reine Funktionalität hinausweist und spezifische Deutungen provozieren soll. Somit ist Kunst sowohl von der Natur als auch von der Technik verschieden. Traditionell setzt der Kunstbegriff einen Erkenntnisprozess, eine spezifische Fertigkeit des Schaffenden sowie die gesellschaftliche Akzeptanz seines Produkts voraus. In der Moderne jedoch wurde diese Kunstauffassung immer wieder in Frage gestellt: Am radikalsten wohl durch Joseph Beuys, der jedermann zum Künstler erklärte, und durch Marcel Duchamps, welcher vorgefertigte Industrieprodukte (so genannte Ready-mades) in den Kontext des Museums stellte. Hier hat die künstlerische Idee das handwerkliche Können als Charakteristikum für Kunst abgelöst, soziale Geltung ist der individuellen Provokationsgeste gewichen. Das Spiel der Postmoderne mit dem Kunstbegriff allerdings ist inhaltlos insofern, als die Definitionserweiterung durch die Moderne längst selbst gesellschaftlich akzeptiert worden ist.

Zur Gesamtheit der Künste gehören Literatur, Musik, die bildenden Künste (Malerei, Architektur, Bildhauerei) sowie die darstellenden Künste (Theater, Tanz, Film). Doch werden vor allem im 20. Jahrhundert die Grenzen fließend (Gesamtkunstwerk). In der Alltagssprache wird unter Kunst gemeinhin die bildende Kunst verstanden.