| Fabel | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 1. | Einleitung |
Fabel (lateinisch fabula: Erzählung), im weiteren Sinn das Handlungsgerüst einer Erzählung, eines Romans oder eines Dramas, also der stoffliche und thematische Grundplan, der häufig auch mit dem englischen Begriff „Story” benannt wird. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff die Gattung Fabel, eine selbständige, kurze Geschichte in Prosa oder Versen mit meist vernunftbegabten, sprechenden Tieren als den handelnden Figuren, die in belehrender Absicht eine allgemein gültige Lebensweisheit vermittelt.
In der Fabel werden den handelnden Tieren meist stereotyp verwendete menschliche Handlungsweisen und Charaktereigenschaften zugeschrieben, die vom Leser leicht entschlüsselt werden können, da sie innerhalb der Gattung immer wieder auftauchen, z. B. der schlaue Fuchs, der mächtige Löwe, die dumme Gans, der gierige Wolf, der eingebildete Pfau usw. Seltener treten als Handlungsträger auch Pflanzen oder Gegenstände auf. Meist werden zwei Figuren mit unterschiedlichem Charakter miteinander konfrontiert, wobei ihr Dialog in eine entlarvende Pointe mündet. Die „Moral” der Geschichte steht für gewöhnlich in Form eines Lehrsatzes am Ende (Epimythion), manchmal aber auch am Anfang (Promythion). In manchen Fällen aber wird erwartet, dass der Leser die Moral aus dem Zusammenhang der Handlung selbst entschlüsselt. Die Grenzen der Fabel zum Märchen sind bisweilen fließend, weshalb der Begriff im Lauf seiner Entwicklung synonym zu „Fiktion” oder „Lüge” verwendet wurde („Reich der Fabel”).