Marco Polo
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Marco Polo
1. Einleitung

Marco Polo (1254-1324), italienischer Reisender, der – angeblich – über 15 Jahre am Hof von Kubilai Khan in China lebte. Sein Reisebericht bestimmte mehr als zwei Jahrhunderte lang das europäische Bild des Fernen Ostens.

Marco Polo wurde 1254 in Venedig als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Der Ferne Osten war Europa im Mittelalter nicht mehr völlig unbekannt. Papst Innozenz IV. hatte mehrmals Gesandtschaften in das Reich der Mongolen geschickt, darunter 1246 den italienischen Mönch Giovanni del Pian del Carpini in die Residenz des Mongolenherrschers in Karakorum, der ersten mongolischen Hauptstadt nahe dem heutigen Ulan Bator.

Zudem gab es Handelsbeziehungen mit ostasiatischen Ländern. Um 1260 unternahmen der Vater und der Onkel Marco Polos eine Handelsreise nach Konstantinopel und zur Halbinsel Krim am Schwarzen Meer. Dabei gelangten sie bis zur Wolga in das Herrschaftsgebiet der Mongolen und wurden von dort durch Kriegswirren immer weiter nach Osten verschlagen – bis nach Buchara in Zentralasien. 1266 schlossen sie sich einer persischen Gesandtschaft zum Hof des Großkhans Kubilai Khan nach China an. Von dort kehrten sie 1269 mit einer Botschaft Kubilais an den Papst nach Venedig zurück.