Marco Polo
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Marco Polo
3. Wahrheit oder Fiktion?

Als es im Reich des Khans zu Unruhen kam, verließen die Polos 1291 China. Von Guangzhou (Kanton) aus fuhren sie durch das Südchinesische Meer und erreichten über Sumatra und Ceylon wieder Hormus. Von dort gelangten sie über Persien, Armenien und Trapezunt (Trabzon) am Schwarzen Meer 1295 nach Venedig zurück. Neben zahlreichen Waren brachte Marco Polo kaum glaubliche Geschichten über das große Reich im Osten mit.

Drei Jahre später nahm Marco Polo als Kommandant einer venezianischen Galeere an einer Seeschlacht zwischen den Flotten Venedigs und Genuas teil. Dabei geriet er in Gefangenschaft und wurde bis Mitte Mai 1299 festgehalten. In dieser Zeit entstand sein großer Reisebericht, Le divisament dou monde oder Il Milione (in deutscher Übersetzung u. a. unter den Titeln Das Buch von den Wundern der Welt und Die Reisen des Venezianers Marco Polo erschienen), die erste realistische Schilderung der in Westeuropa kaum bekannten Länder und Völker des Fernen Ostens. Unter dem Namen Cipangu wurde dort erstmals auch Japan erwähnt. Marco Polo starb am 8. Januar 1324 in Venedig. Sein Bericht fand eine weite Verbreitung, dem Inhalt wurde jedoch von Anfang an mit Skepsis begegnet. Bis heute melden Historiker Zweifel an, ob Marco Polo überhaupt jemals alle von ihm beschriebenen Regionen bereist hatte. Seine Erzählungen prägten jedoch über mehr als zwei Jahrhunderte das Bild Ostasiens in Europa.