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| 3. | Verwendung |
Magnesium bildet zweiwertige Verbindungen, darunter beispielsweise Magnesiumcarbonat (MgCO3), das bei der Reaktion eines Magnesiumsalzes mit Natriumcarbonat entsteht. Das Carbonat wird z. B. als feuerfestes und wärmeisolierendes Material eingesetzt. Außerdem nutzt man es u. a. als Füllstoff in der Papier- und Kunststoffherstellung. Magnesiumchlorid (MgCl2 · 6 H2O) lässt sich durch Reaktion von Magnesiumcarbonat oder -oxid mit Salzsäure erhalten. Neben der Verwendung zur Magnesiummetallproduktion dient das Chlorid beispielsweise auch als Füllstoff für Baumwoll- und Wollgewebe. Magnesiumoxid (MgO), auch gebrannte Magnesia, entsteht beim Verbrennen von Magnesium in Sauerstoff oder beim Erhitzen von Magnesiumcarbonat. Je nach Herstellungsverfahren gibt es verschiedene Magnesiumoxidtypen. Als hitzebeständiges und isolierendes Material dient z. B. Sinter- oder Schmelzmagnesia. Magnesia-Causter findet beispielsweise als Fußbodenbelag für Innenräume Verwendung (es ist nicht wasserbeständig). Darüber hinaus werden Magnesiumoxide bei der Herstellung von Baustoffen (z. B. besondere Zementsorten) sowie der Stahlerzeugung eingesetzt.
Magnesiumcitrat (Mg3(C6H5O7)2 · 4 H2O) lässt sich durch Reaktion von Magnesiumcarbonat mit Citronensäure gewinnen und findet in der Medizin sowie in der Lebensmittelindustrie Verwendung. Magnesiumhydroxid (Mg(OH)2) wird in der Medizin als Laxans (Abführmittel) und bei der Zuckerraffination eingesetzt. Magnesiumsulfat (MgSO4 · 7 H2O) ist auch unter dem Namen Bittersalz bekannt und wird ebenfalls als Abführmittel sowie in der Düngemittel- und Textilindustrie verwendet.
Die Hauptmengen an Magnesium werden zu Legierungen verarbeitet – diese gelten als korrosionsbeständig, extrem leicht und sehr zugfest. Man setzt diese Legierungen dort ein, wo leichte Materialien gefragt sind: Legierungen mit Aluminium, Mangan, Nickel, Zink, Zirconium oder Kupfer werden in unterschiedlichen Zusammensetzungen produziert. Sie finden als Werkstoffe z. B. beim Bau von Flugzeugen, zur Herstellung von Prothesen oder in der Automobilindustrie Verwendung. Allerdings weisen herkömmliche Magnesiumlegierungen auch einen Nachteil auf: Werkstücke aus Magnesiumlegierungen verformen sich ab 300 °C, wenn man sie zusätzlich mechanisch belastet. Daher sucht man in der Forschung nach Magnesiumlegierungen, die höheren Temperaturen standhalten, und somit für den Motorenbau interessant sein könnten. Viel versprechend scheinen Legierungen aus Magnesium, Mangan und Scandium zu sein.
Das unlegierte Metall benutzte man früher als Blitzlicht beim Photographieren. Heutzutage kommt es z. B. in der Pyrotechnik in Leuchtsätzen und in Magnesiumfackeln zum Einsatz. Größere Bedeutung hat das Leichtmetall besonders in den USA als Entschwefelungs- und Desoxidationsmittel in der Eisen- und Stahlindustrie erlangt.
Es gibt recht unterschiedliche Angaben für die jährliche Weltproduktion an Magnesium, das in der Hüttenindustrie Verwendung findet – die Werte liegen laut Schätzungen zwischen 300 000 und 350 000 Tonnen pro Jahr.
Ein jüngeres Anwendungsbeispiel für das Leichtmetall ist eine Batterie mit einer Anode aus metallischem Magnesium. Dieses System befindet sich jedoch noch in der technischen Entwicklung.