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| 3. | Lehre |
Mani bezeichnete sich selbst als letzten Propheten. Der Manichäismus vereinigte Elemente des Parsismus, des Christentums und der Gnostik.
Nach dem Manichäismus ist das Universum dualistisch geteilt in die Reiche des Guten und des Bösen: Gott herrscht im Lichtreich (Geist), Satan im Reich der Finsternis (Materie). Doch beide Reiche, die ursprünglich klar getrennt waren, haben sich während einer Urkatastrophe vermischt. Seitdem befinden sich beide in einem stetigem Kampf. Aus diesem Kampf ging der Mensch hervor, der zugleich als Mikrokosmos die widerstreitenden Kräfte in sich trägt. Sein Körper besteht aus Materie und gehört daher zum Reich der Finsternis, die geistige Seele erscheint als Abglanz des göttlichen Lichtes, das gefangen gehalten wird. Seine Befreiung ist das höchste Ziel des Menschen. Der Weg zur Erlösung führt über die Erkenntnis des Lichtreiches, das durch Propheten wie Buddha, Jesus und – in letzter Instanz – Mani vermittelt wird. Wenn die menschliche Seele die Begierden überwindet, kann sie ins Reich Gottes emporsteigen.
Je nach ihrer spirituellen Entwicklung teilten sich die Manichäer in zwei Klassen: in die Electi (Auserwählte), die im ewigen Gebet zölibatär und vegetarisch lebten, und in die Laien, so genannte Auditores (Hörer), die die Stufe der Vollkommenheit nicht erreichten.
Die Auditores durften heiraten, aber keine Kinder bekommen, hielten einen wöchentlichen Fastentag ein und dienten den Erwählten. Alle Gläubigen hofften auf eine Wiedergeburt als Erwählte. Sie hofften auf die Erlösung des göttlichen Lichtes und die Zerstörung der Welt, die zu einer erneuten, aber endgültigen Spaltung von Licht und Finsternis führen würde.