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| 3. | Virustypen und Immunisierung |
Drei Typen von Grippeviren, die mit A, B und C bezeichnet werden, wurden jeweils in den Jahren 1933, 1940 und 1950 isoliert. Typ A kommt auch bei Säugetieren und Vögeln vor, B und C nur beim Menschen. Typ B tritt insbesondere bei Kindern und Jugendlichen auf und verursacht eher harmlose Einzelerkrankungen, Typ C ist als Grippeerreger kaum von Bedeutung. Vor allem Typ A löst mit seinen verschiedenen Subtypen häufig Epidemien aus, weil er ständig seine Virushülle ändert, insbesondere das als Antigen wirkende Hüllprotein Hämagglutinin und das für die Freisetzung neuer Viren erforderliche Enzym Neuraminidase. Aufgrund dieser häufigen Mutationen der Typ-A-Viren umgehen sie leicht eine durch Impfung (siehe Immunisierung) oder eine frühere Grippeinfektion erworbene Immunität (siehe Immunsystem). Die RNA (siehe Nucleinsäuren) verschiedener Typ-A-Viren wurde im Eis nordostsibirischer Seen nachgewiesen, wohin die Viren offenbar durch Wasservögel gelangt waren. Das Eis nordischer Seen könnte deshalb ein bedeutendes Virusreservoir sein, weil Grippeviren möglicherweise Jahre oder Jahrzehnte darin überdauern und nach dem Auftauen des Eises wiederum von Wasservögeln weiterverbreitet werden (Journal of Virology, 2006).
Ein Grippeimpfstoff zur vorbeugenden Immunisierung besteht aus inaktivierten Viren, die keine Grippe erzeugen können, aber Antigene aufweisen und deshalb im Organismus die Bildung verschiedener Antikörper veranlassen. Diese Antikörper stehen dann bei einer Infektion zur sofortigen Bekämpfung eventuell auftretender Viren bereit: Bei einer Infektion heften sich die Antikörper spezifisch an die jeweiligen Antigene der Viren und leiten dadurch deren Vernichtung ein. Ein Grippeimpfstoff muss polyvalent sein, d. h. gegen mehrere Erreger wirksam: Man kombiniert Impfstoffe gegen die jeweils aktuell aufgetretenen Subtypen des Typs A mit einem Impfstoff gegen Typ B (der keine Subtypen bildet). Die schnelle Impfstoffentwicklung setzt ein weltweites Beobachtungssystem voraus, um veränderte Viren zu entdecken und dann rechtzeitig den entsprechenden Impfstoff in ausreichender Menge herstellen zu können. Geimpft werden sollten vor allem über 60-Jährige sowie solche Personen, die aufgrund einer Vorerkrankung oder weil sie etwa in einem Krankenhaus arbeiten besonders gefährdet sind. Die Wirkung einer Schutzimpfung hält weniger als ein Jahr vor. Gegen die 2005 aus Asien nach Europa vorgedrungene Vogelgrippe wurde noch kein Impfstoff zugelassen.